Beitrags-Archiv für die Kategory 'Natur'

Jaisalmer - ab in die Wüste

Dienstag, 4. März 2008 23:59

Rajasthan ist auch das Land der Wüste in Indien. Nach dem sumpfigen Kolkata und den Himalaya-Ausläufern bei Darjeeling mal wieder etwas ganz anderes. So führte also der Familienausflug in die Wüste Thar in Richtung Jaisalmer. Damit näherten wir uns gleichzeitig der pakistanischen Grenze und erblickten mehr und mehr Fahrzeuge und Soldaten der indischen Armee.
Jaisalmer wird ebenfalls von einer Festung dominiert, dem Jaisalmer Fort. Doch nach einem Chicken-Mittagessen sollte es zuerst zu den Sanddünen gehen. Diverse Veranstalter bieten Übernachtungen in kleinen Hüttchen an, natürlich gehört dazu auch ein Kamelritt zu den Dünen. Super, das mach ich!
Wüstenschiff
Mit Kameras und Wasser ausgerüstet durfte ich auf ein Kamel sitzen. Wenn das Tier aufsteht, sollte man sich gut am Sattelgriff festhalten, damit man nicht gleich im Sand landet. Ein Führer wanderte voraus und wies mir und dem Wüstenschiff den Weg in die Dünen. Ah, diese wunderbare Stille!
Die Wüste Thar
Kinder der Wüste Dann besuchten wir ein kleines Wüstendörfchen und ihre Einwohner. Ich bekam Tee serviert und durfte die aufgeweckten Kinder fotografieren. Einen Fehler machte ich dann, als ich nicht nur dem “Chef” Trinkgeld gab, sondern auch den Kindern, denn dies löste einen ziemlich groben Streit unter ihnen aus. Mein Kamelführer erklärte mir darauf, dass man ihnen besser Süssigkeiten als Geld gäbe, dann wären sie ganz brav und würden teilen.
Pünktlich zum Sonnenuntergang gelangten wir zur höchsten Düne, wo ich mir zuerst einen Rajasthani-Song über mich ergehen lassen musste, wobei „Gerry“ das einzige war, was ich verstanden habe – ob der Sänger mich da veräppelt hat? ;) Jedenfalls war der Sonnenuntergang wirklich schön anzusehen – nach zehn Monaten unter der Dunst- und Smog-Glocke von Kolkata umso mehr.
Sonnenuntergang
Tanzschow / Bettservice Eine Musik- und Tanzshow erwarte mich als nächstes. Logisch, dass sich der Europäer nicht vor dem tanzen drücken konnte. Damit habe ich mir immerhin ein Abendessen mit Zutaten aus der Wüste redlich verdient. Nach heiterem Plausch am Lagerfeuer mit den Leuten von meiner Residenz wurde ich wieder zu den Dünen chauffiert – mit einem Bett im Gepäck. Ein schönes Erlebnis, so eine Nacht unter einem absolut klarer Sternenhimmel! Die Kälte nimmt man gerne in Kauf, wird man doch auch von vielen Sternschnuppen belohnt! Und vielleicht geht ja auch ein Wunsch in Erfüllung… . :)

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Ein Tag in Darjeeling

Samstag, 2. Februar 2008 23:59

Die Panoramazimmer vom Hotel Cedar Inn haben sich leider nur wenig gelohnt, denn auch der Samstag Morgen glänzte nicht mit besonderer Weitsicht; also damit meine ich vor allem einen Blick auf die Himalaya-Bergketten. Kein Grund um auf einen Morgenspaziergang zu verzichten - die Sonne belohnte dies auch umgehend und beleuchtete geradezu malerisch das nahe Wäldchen und die St. Paul’s School.

Morgenstimmung, St. Paul's School

Bihm, unser FahrerWieder vor dem Hotel warteten wir kurz auf Bihm (keine Ahnung wie man das schreibt), unseren Fahrer für den heutigen Tag. Mit ihm fuhren wir dann los, zuerst eine Weile durch die Stadt. Auch wenn Darjeeling wie Kolkata zu Westbengalen gehört, trifft man hier auf ein ganz anderes Indien. Die Menschen sind grösstenteils nepalesischen Ursprungs (mongolische Gesichtszüge), was sich auch in Sprache, Schrift, Kultur, Religion, Mentalität und Politik äussert.

Eine steile Strasse führte uns zum Nipponzan Myohoji Temple (erbaut und bewohnt von japanischen Mönchen); in unmittelbarer Nähe befindet sich die Japanese Peace Pagoda (japanische Friedens-Pagode), wo die vier Avatare Buddha’s ausgestellt sind. Dort trafen wir zum ersten Mal auf Johann von IBM Dänemark, der für kurze Zeit ebenfalls in Kolkata arbeitete.

Peace Pagoda & Myohoji Tempel

Unser nächstes Ziel war der Ganga Maya Park. Die Strasse dorthin bot oft einen schönen Ausblick auf die Darjeeling Hügel und die steilen Teegärten. Der Park ist zwar schön anzusehen, trägt aber einen grossen “Touristen”-Stempel: künstliche Folklore, Pedalos auf einem künstlich angelegten See, Vogelgezwitscher aus (in Bäumen versteckten) Lautsprechern, Anprobieren von traditioneller Kleidung etc. In der Nähe befindet sich der Rock Garden mit den Chunnu Summer Falls; den haben wir aber nur von aussen betrachtet und machten uns bald wieder auf den Weg.

Ganga Maya Park

Mittagspause machten wir in der Stadt und probierten die Darjeeling-Spezialität: Momos. Mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, die gekocht oder frittiert hervorragend schmecken! Danach spazierten wir durch die Markstände und alle deckten sich mit warmen Sachen ein. Für den kommenden kalten Abend wollten wir schliesslich gut gerüstet sein - naja, und mein um den Hals gewickeltes Unterleibchen (Insider!) war auch nur ein Notbehelf.

Momos / Gut ausgemützte Europäer

Hervorragend ausgemützt (das Wort müsste in den Duden!) ging die Tour weiter. Den ersten Halt machten wir am Tenzing Rock (Tenzing Norgay war einer der beiden ersten Menschen auf dem Mount Everest), eine Felsformation, an der auch besagter Everest-Primus rumgekraxelt sein soll. Natürlich ein schönes Fotomotiv, allerdings wollten einige Hüter des Felsens 20 Mäuse alleine für’s Sicherheitsseil-Anfassen. Aber da ist man mittlerweile abgebrüht genug und so kamen wir ungeschoren davon zum Happy Valley Tea Garden.

Happy waren vor allem die Tee- und Souvenirverkäufer, die uns Teepäcklein und noch mehr Mützen andrehen wollten, und das - nach einem kurzen Spaziergang durch die Teefelder - auch mit gewissem Erfolg.

Letzte touristische Attraktion für heute war das Tibetan Refugee Self Help Centre. Als Asyl für tibetische Flüchtlinge gebaut, ist es heute mehr ein Alters- und Weisenheim mit Schule und buddhistischem Tempel, einer kleinen Ausstellung und einem Laden für tibetische Handwerkskunst. Hier haben wir auch Johann wieder angetroffen, der uns den Tipp gab, bei Sonnenaufgang auf den Tiger Hill zu fahren - die Chancen stünden gut, einen Achttaussender-Gipfel zu sehen. Okay, morgen also früh aufstehen!

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Nano, Moskitos und Vogelgrippe

Donnerstag, 17. Januar 2008 23:59

TATA Nano (Bild von Wikipedia)Das billigste Auto der Welt haben die Jungs vom Indischen Multikonzern TATA zusammengeschustert. Als “One Lakh Car” macht der kleine “Nano” getaufte Vierplätzer vor allem hierzulande Schlagzeilen, sprechen doch 100′000 Rupien (etwas mehr als CHF 3′000.-) eine relativ breite Kundschaft an. Bis nach Europa wird’s der Nano mit der hiesigen Ausstattung kaum schaffen (man hat halt auch bei der Sicherheit gespart), trotzdem gibt’s Gerüchte über eine Kooperation mit FIAT. Die Fabrik soll in Westbengalen entstehen, leider nach altbekanntem Muster: Sonderwirtschaftszonen erklären, Bewohner vertreiben, Proteste mit Polizeigewalt beenden.

Dass es wieder etwas wärmer wird in Westbengalen scheinen auch die Moskitos gemerkt zu haben - seit Kurzem sind Antibrumm und Stichsalben wieder griffbereit. Dass die so früh kommen hätte ich nicht gedacht, dauert es doch noch eine Weile bis sich die feuchte Jahrezeit zurückmelden wird.

Vogelgrippe in IndienEbenfalls zurückgemeldet hat sich H5N1, das Vogelgrippe-Virus. Oh Mann, schon mit Chicken war die Fleischauswahl eher klein. Auf KFC wollen wir aber nicht verzichten! ;) Nun, wenn die Vogelgrippe-Welle in Europa ankommt, gebt nicht uns die Schuld - wir haben nämlich ganz fleissig jede Menge Federviecher verputzt!

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Die Vermummten

Samstag, 15. Dezember 2007 23:59

Ein VermummterEs ist auch in Westbengalen Winter geworden. Temperaturmässig heisst das, dass sich die Temperaturen zwischen 15°C und 25°C bewegen - in der Nacht also schon fast zu kühl für T-Shirts. Trotzdem ist es für den nördlichen Europäer etwas befremdlich, wie eingepackt viele Einheimische am Tag herumlaufen: Wollmützen, Windjacken und Halstücher welche nur noch die Augen freilassen. Die Jacke bleibt oft auch im Büro angezogen (obwohl sich die Bürotemperatur kaum spürbar verändert hat), und zu Hause öffnet uns ein vermummter Service-Mann die Tür.

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Zyklon “Sidr”

Freitag, 16. November 2007 23:59

Am Donnerstag Abend wurden wir um 7 Uhr nach Hause geschickt. Grund war die Sturmwarnung vor dem Zyklon “Sidr”, welcher auf direktem Kurs auf Kolkata war. Am Morgen habe ich in der Zeitung noch gelesen, dass Sidr mit 40% Wahrscheinlichkeit über Kolkata wüten wird, zu 60% über Bangladesh. Die indische Grossstadt hat sehr viel Glück gehabt, der Zykon hat im letzten Moment den Kurs geändert - zu Ungunsten von Bangladesh, wo über zweitausend Todesopfer zu beklagen sind.

Cyclone SIDR

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Venedig in Indien

Dienstag, 25. September 2007 23:59

Klicken um den Film zu startenDie Monsunzeit ist noch nicht vorbei, das haben uns die Regengüsse von Montag und Dienstag eindrücklich bewiesen. Am Montagabend war’s schon recht abenteuerlich nach Hause zu fahren. Die Küche des Restaurants, wo wir Take Away Essen bestellten, stand schon unter Wasser. Ein Wunder, dass uns “Capt’n Mithun” am Dienstag rechtzeitig zur Arbeit abholen konnte, denn die Strassen erinnerten an die Kanäle von Venedig. Und in einigen Stadtteilen soll es noch weit schlimmer gewesen sein.

Venedig in Indien?

Kolkata unter Wasser

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On the bench im Monsun

Montag, 13. August 2007 23:59

Der Monsun verhält sich irgendwie seltsam: eigentlich hat es bisher ziemlich selten geregnet, dafür zwischendurch um so heftiger. In der Nacht auf Montag war wieder ganz schön was runtergekommen. Viele Leute liefen barfuss und mit hochgekrempelter Hose ins Büro. Ein indischer Kollege sagte, er sei ins Büro geschwommen. ;)

DLF IT-Park; (c) Arijeet B., outdoors.webshots.com/album/169330124ABCeRR

Ich war um 10 verabredet im DLF-Gebäude (IBM building Nummer 3 in Kolkata). Ich hatte gehofft, heute einem Projekt zugeteilt zu werden. Leider stellte sich heraus, dass ich zuerst mal “on the bench” sein werde, da für mein vorgesehenes Projekt noch keine Bestätigung von oben gekommen war. Wenigstens hatte ich einen Sitzplatz und konnte meinen Laptop anschliessen und sonstige Pendenzen erledigen.

Ach ja: falls mir jemand mal was per Post schicken will (besonders freue ich mich über Rindfleisch und guten Schweizer Käse), verwendet am besten die folgende Adresse:

IBM India
Gerry Broennimann
DLF IT PARK,
Plot No. 8 MAR, 59.0M
Arterial Road, New Town (Rajarhat)
Kolkata, WB 700156
INDIA

Telefonisch bin ich über +91 990 397 04 45 auf dem Handy erreichbar.

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It’s raining, man!

Donnerstag, 5. Juli 2007 23:59

Die Woche war von Monsun-Regen geprägt. Die Zeitungen brachten jeden Tag etwa die gleichen Meldungen. Laut einem Zeitungsbericht waren Montag/Dienstag 15% der durchschnittlichen Regenmenge einer gesamten Monsun-Periode gefallen.


Monster Monsoon
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Nun, wir Schweizer sind uns ja an Regen gewöhnt, und Überschwemmungen gibt’s in Europa ja auch zur Genüge. Hier ist es einfach dazu 35° heiss.


überflutetes Kolkata
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Diese Woche machten uns auch einige Viren zu schaffen - irgendwas ging rum. Ich glaube, bei uns in der Küche hat es angefangen, der Koch steckte weitere Bedienstete an, diese einen von uns, der wiederum unseren Java-Teacher, der es auf unsere Mitschüler und wieder zurück an uns gegeben hat. Donnsestag/Freitag hatte ich etwas gekämpft, aber es scheint, dass ich dieses mal Glück hatte.

Mein Drucker-Scanner ist sehr beliebt - was mir immer wieder Druckaufträge hineinspühlt. Da muss ich mal einkassieren gehen… . Und im Schulungsraum ist der PC mit der 37er-IP der Ort, um Games zu ziehen (ist zufällig auch meine Kiste). Internet-connection wollen uns die GST-Typen nur in der Mittagspause geben. Einmal konnte ich in den Server eindringen und wir konnten uns selbst bedienen - ging leider nur einmal.

Bus bin ich noch gefahren! Ich hätte keine Ahnung gehabt wo aussteigen, aber ein paar indische Kolleginnen und Kollegen waren zum Glück dabei - sonst wäre ich auch gar nicht eingestiegen.

Wer findet den Europäer? ;-)

Am Freitag gabs in der City gutes indisches Essen im BBQ und danach ein grosses Kingfisher-Bier in einem Parkhotel-Pub.

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Durch den Monsun

Dienstag, 3. Juli 2007 23:59

In der Nacht hat es geregnet - VIEL geregnet!
Das Monsünchen, das wir bis jetzt hatten, hat seinen grossen Bruder geholt. Den Weg zum GST-Gebäude hat unser Auto fast schwimmend zurückgelegt. Mit unserer grossen Karre war das zum Glück nicht so ein Problem; einige Kollegen, die auf andere Wege und Verkehrsmittel angewiesen waren, schafften es heute nicht ohne Verspätungen in den Unterricht.

Flüsse oder Strassen?

Am Abend musste Fabian zu Hause feststellen, dass es in sein Zimmer geregnet hatte. In der Nacht machte der Regen teilweise Pause - nicht aber die heulenden Strassenköter.

Hier noch ein kurzes Video von der Strasse am Morgen:

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Welcome to the City of Joy!

Freitag, 15. Juni 2007 10:00

Um ca. 8 Uhr Lokalzeit (MEZ + 3.5h, im Winter MEZ + 4.5h) sind wir sicher auf Indischem Boden gelandet. Jeder hat sein Gepäck wiedergefunden. Bei der Gepäckausgabe hat mich relativ rasch ein Inder freundlich angesprochen, was ich hier mache etc. Er war ein Ingenieur der durch’s Jahr in Dubai arbeitet und ferienmässig nach Hause gekommen ist. Am Thomas Cook-Stand wechselten die meisten von uns Geld bevor wir an die frische Luft von Kolkata traten.

Ankunft in Indien

Unser Manager Sam organisierte einen Bus für die Fahrt ins Hotel. Den ersten bettelnden Kindern und einigen wenigen Regentropfen entronnen setzten wir uns in den ziemlich abenteurlich anmutenden Bus. Auf der holprigen Fahrt Richtung Kolkata stellten wir jedoch schon bald fest, dass sich noch wesentlich schlimmere Gefährte auf den Strassen bewegen.

Die Gegend war… flach. Ich konnte praktisch keine Erhebung ausmachen. Bäume sah ich auch fast keine. Geprägt war die Landschaft von sumpfigen Gebieten - und von hunderten von riesigen Baustellen. Hier wird geklotzt! Ganze Siedlungsgebiete werden neben die Transitstrasse hingesch… äh, gebaut. Zeigt sich hier der Boom in Indien? Übrigens: seht ihr auch nur einen Kranen auf dem Bild?

Baustellen

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