Beiträge vom Juni, 2007

McChicken, Victoria und der Ganges

Samstag, 30. Juni 2007 23:59

Juchhu, Weekend!!! :-)
Uns vom DL5-Appartement zog’s nach draussen! Zuerst zu einer nahen Bank. Die versicherten uns dort, sie bräuchten keine FRRO-Papiere (wer weiss, wann wir die kriegen… ). Ist sicher eine Überlegung wert, bei denen ein Konto zu eröffnen - gerade wenn es dann darum geht, unsere Wohnung zu bezahlen… .

Unserem Fahrer machten wir verständlich(?), dass die 24, Park Street (mitten im Kuchen) unser nächstes Ziel sei. Dort wollte ich mich im “Computer Exchange” mit einem günstigen Drucker/Scanner ausrüsten. Inzwischen hatten wir noch mit Rahul abgemacht, der sich flotterweise bereit erklärte, heute unser Guide zu spielen. Tatsächlich konnten wir ihn mitten in Kolkata aufladen, und er führte unseren Fahrer dank bengalischer Sprache sehr zielsicher zu 24, Park Street. Zwar stand unter der Adresse ein Foodstand und nicht ein Computergeschäft, aber irgendwo in der Nähe sollte der ja dann auch zu finden sein. Nach einer sehr abenteuerlichen (um nicht zu sagen waghalsigen) Hauptstrassenüberquerung und einmal um die Ecke gucken fanden wir unser gesuchtes Geschäft. Ein günstiges Gerät hatten die auch und liessen es uns auf die Seite legen - zuerst wollten wir noch etwas essen.

Was wäre eine Millionenstadt ohne McDonald’s? Mal eine Abwechslung zur indischen Küche. Ich fragte mich, ob die im Land der heiligen Kühe BigMacs (Rindfleisch!) verkaufen… ?

McDonald's - ohne BigMac...

Tun sie nicht, die Burgerwahl beschränkt sich auf McChicken- und Vegiburger-Varianten. Die Pommes kamen mir etwas würziger vor als bei uns - sonst alles wie gehabt und gewohnt.

Nachdem wir den Drucker-Scanner abgeholt hatten, fuhren wir zum Victoria Memorial. Der Eintritt in den Park war gerade mal 4 Rupien pro Person, für den Museumseintritt hätte man 150 Rupien bezahlt; uns reichte ein Spaziergang durch den schönen Park und ein paar Fotos vom recht imposanten Prachtbau.

Victoria Memorial

Nachdem wir auch noch verbotenerweise zur Statue von Ihrer Majestät hochgeklettert waren (und alle anderen Touristen kurz darauf das gleiche machten), fuhr unser Auto zum Millennium-Park. Ein schöner, gepflegter (daher kostenpflichtiger) Park am Ufer des Hoogly River (ein Ausläufer vom Ganges oder Ganga).

Millennium-Park

Man sieht von hier aus Anlegestellen für Boote, wobei die Stadt wieder zwei Gesichter zeigt - Luxusmotorboot neben rostiger Nussschale:

Luxusschiff und Nussschale

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Wohnungseinweihungs-Party

Freitag, 29. Juni 2007 23:59

Um etwas europäische Gastfreundschaft zu demonstrieren und um uns auch gut bei den indischen Kollegen zu integrieren luden wir vom DL5-Appartement die ganze Klasse zu einer kleinen Wohnungseinweihungs-Party ein.

Das ist übrigens unsere Klasse - das Foto stammt noch aus der ersten Woche/Location:
Unsere Klasse

War kein grosser Aufwand für uns - wir bestellten am Morgen bei unseren Boys Getränke und Snacks, liessen sämtliche Stühle des Hauses in’s Wohnzimmer stellen und stellten noch einen Musik-Laptop hin.

Um etwa 7 Uhr kam dann der komplette Haufen! Cool, wir hatten mit weniger Leuten gerechnet - aber wir hatten zum Glück auch genügend Vorrat an Getränken und Snacks. Es war eine lustige, gesellige Runde, wir haben viel gelacht, geplaudert und getrunken. ;)

Einweihungsparty im DL5

Ja, ich denke mal, die Party kam ganz gut an und wir haben jetzt einen kleinen Bonus bei unseren indischen Kollegen.

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Geburtstags-Haue und Dirt Bike

Freitag, 29. Juni 2007 14:00

Am Dienstag hatten wir nochmals SW-Engineering-Methoden im Kurs, Mittwoch und Donnerstag OOPS (object oriented programming systems - ein bisschen C++ Programmierung) und am Freitag UNIX Basics. Da für uns Euros das meiste schon bekannt war, liefen auf den Desktop-PCs… naja, nicht nur fachrelevante Software. Sehr beliebt war das Online-Game “Dirt Stunt Bike” - wer das Ding noch im Browser-Cache hatte war nicht mal auf die sporadische Web-Verfügbarkeit angewiesen.

Dirt Bike

Das darf nicht falsch verstanden werden: wir beteiligen uns ebenfalls am Unterricht, machen Übungen und die Abschlusstests - wir gehen es nur etwas lockerer an. Am Ende der Kurszeit im August wird es einen Test geben über alle Kurse, welcher für die Inder zumindest zu Beginn ihrer IBM-Karriere recht wichtig ist - für uns Euros halt nicht… .

Nicht schlecht staunten wir über die Geburtstagsrituale der Inder. Rahul hatte am Mittwoch(?) Geburtstag. Der arme Kerl wurde von den anderen Indischen Jungs gepackt, hochgehoben - und verhauen! Er musste einige Tritte einstecken, die doch noch ziemlich heftig gewirkt haben. Nun, eigentlich ist das nicht an sich eine indische Tradition, sondern noch eine aus ihrer College-Zeit - und ja, das “Opfer” hat nie aufgehört zu lachen… . ;)

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Hin und Her im “Kühlschrank”

Montag, 25. Juni 2007 23:59

Entäuscht von Ganesha, dass sie nichts gegen das Hundejaulen unternommen hatte, machte ich mich am Morgen auf den Weg zu GST (d.h. wir stiegen ins Auto und wurden dorthin gefahren), der Schulungs-Location der nächsten Wochen für unsere Gruppe. Die Kursteilnehmer von letzter Woche wurden auf 2 Gruppen (und Locations) aufgeteilt, welche ein minimal unterschiedliches Schulungsprogramm haben.


Kolkata Google Maps
Klicken für grössere Ansicht

Im Kursraum sieht’s etwa so aus wie in einem alten, leeren Kühlschrank - und wenn die Klimaanlage läuft ist’s auch etwa so kalt. Kaum hat unser Teacher mit dem Unterricht begonnen, intervenierten die Inder, dass sie diesen Kurs bereits besucht hätten. Sie verliessen uns daher und besuchten die andere Location, welche einen anderen Kurs hatte. Etwas später watschelten unsere Euros in den Unterricht - nun hatten die Inder und wir Abendländer separat Unterricht. Super, wie das mit der Integration funktioniert… .

Kühlschrank oder Kursraum?

Unser Teacher hielt sein Vortrag etwas robotermässig als Monolog. Sonderlich interessiert waren wir auch nicht, da wir über verschiedene Vorgehensweise bei SW-Projekten eigentlich schon recht gut Bescheid wissen. Naja, und so liefen halt auf den Laptops WORMS-Partien und wir erledigten unsere Mails, sobald uns Internet-connection zugeteilt worden war.

Eine Partie WORMS World Party

Am Abend hat’s mit dem Essen nicht so geklappt, unsere Küchenjungs brauchten 3 Stunden für ein 3-Personen-Znacht. Immerhin brachten sie gutes Bier mit (Kingfisher STRONG). ;)

Kingfisher STRONG (8% Vol.)

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Ganesha und Gejaule

Sonntag, 24. Juni 2007 23:59

Juchhu! Keine Beschwerden beim Aufstehen! Die letzte Nacht im Hotel war erholsam und beim Frühstück gönnte ich mir zwei Portionen Corn-Flakes und Pfannkuchen. Danach war Kofferpacken angesagt, zumindest für Marco, Christian, Fabian R. und mich - da wir als erste Gruppe in die Wohnung ziehen. Stolz erwähnte ich meine Frechheit, zwei Kleiderbügel vom Hotel mitgehen zu lassen - worauf Marco nur grinste und 4 Finger zeigte. ;)

Viel Platz zum wohnen werde ich nicht haben in der weiteren Zeit, aber ich bin mich zum Glück an ein kleines Zimmer gewöhnt. Und so leerte ich meinen Koffer und verteilte den Inhalt auf mehr oder weniger sinnvolle Stellen in meinem Zimmer. Es gefiel mir nach wie vor, nur die Matratze war mir def. zu hart, und einige Steckdosen funktionierten nicht. Probleme, die sich beheben lassen sollten. Und schliesslich wacht auch noch Ganesha über unser Haus.

Ganesha

Die Kochmannschaft haben wir auch gleich getestet. Sie kochten uns innert 20 Minuten ein recht gutes Menü mit Reis, Dal (Linsen) und Gemüse. Danach gingen wir die etwas die Gegend erkunden. Mir hat sie gefallen - weder zu modern noch zu armselig und sehr leise für Kolkata-Verhältnisse. Ganz in der Nähe von unserem Haus befindet sich ein Einkaufszentrum, aber für einmal kein hochglanzpoliertes, supersteriles Höchstpreis-Shopping-Center, sondern eines, wo auch “normale” Inder einkaufen. Es gibt dort viele kioskähnliche Läden, wo man also nicht hineingeht - dafür sind sie zu klein - sondern von der Auslage her kauft. Wir zotteten noch etwas weiter und bevor wir wieder in die AC-Zimmer (air conditionned) spazierten, genossen wir frisch geschlagene Kokosnüsse! Ausgezeichnet und garantiert frisch!

Frische Kokosnüsse

Beim TV-Gucken grinste ich über eine Hindisynchronisierte Ice Age-Version (Musik und Hintergrundgeräusche haben die Synchronisierung nicht überlebt), “Ganesha & Friends” (Indi-japanische Zeichentrickserie) die Animationsfilme Madagascar und Robots (auf Englisch zum Glück).

Beim Schlafengehen wurden mir zwei Sachen auf weniger angenehme Art bewusst:
Erstens ist die Matratze sehr hart zum liegen. Ein grosser Unterschied zum Fussboden ist’s wohl nicht.
Zweitens war meine Zimmerwahl doch nicht die beste. Ok, ich habe einen Minibalkon mit Sicht auf Strasse. Leider habe ich keine schallisolierenden Glasfenster gegen aussen, bloss Holztüren und ein Vorhang. Und nachts ist nichts mehr mit ruhiger Gegend: die Hunde, welche tagsüber nur am Boden liegen und schlafen beginnen ihr Heul- und Jaulkonzert etwa um 23 Uhr - und dauerte in der ersten Nacht bis nach 1 Uhr!

Hört’s euch an: [hundejaulen.mp3]

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Verständigungsprobleme

Samstag, 23. Juni 2007 22:56

Ich habe ausgeschlafen und fühlte mich einigermassen ok. Hätte besser sein können, aber immerhin… . Heute stand vor allem die Besichtigung der Wohnung an, in die wir einziehen sollten. Ob das Appartement bezugsbereit ist?

Den Fahrer, den wir bestellt hatten, verstand leider fast kein Wort Englisch. Die vom Hotel hatten ihm den Zielort erklärt, aber bevor wir tatsächlich in der Wohnung ankamen musste er noch dreimal anhalten und Leute von der Strasse fragen. Ob er lesen konnte waren wir uns auch nicht sicher… .

Die Wohnung sah aber schon ganz gut aus. Leider funktionierte das Internet noch nicht, der Property dealer versprach aber, dass morgen sein Kollege von Airtel vorbeikommen würde um das noch zu reparieren. On verra… . Während der Besichtigung schwirrten ein halbes Dutzend Inder in der Wohnung herum. Keine Ahnung was die dort so trieben und noch treiben werden… .

Meine Wohnung vor Einzug

Am Abend noch ein bisschen Lesen am Pool (”Ich bin dann mal weg” von Hape Kerpling… danke Katja und Thöme! ;) ) und dann auf’s Hotelzimmer - Blog nachführen, chatten und Back to the Future gucken.

Eine coole Statue, oder?

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Ein langer Tag…

Donnerstag, 21. Juni 2007 23:59

Donnerstag wurde ein langer Tag. Der Kurs wurde langweiliger, auch wenn man die Inder etwas besser zu verstehen begann. Die meisten sind jünger als wir (um die 22 Jahre) und nehmen den Kurs furchtbar ernst. Während wir Euros bei Rollenspielen einfach improvisieren, schreiben die Inder ganze Drehbücher!

Übrigens waren wir für diesen Kurs in einem Nobelhotel… fand ich langsam öde und auch etwas übertrieben. Da ziehe ich die Schulungsräume in Zürich vor, die zwar nicht hochglanzpoliert und mit dutzenden Dienern versehen sind, dafür aber zweckmässig eingerichtet sind (z.B. mit Internetanschluss).

Nach dem Kurs ging’s ins “Millennium City”-IBM-Gebäude, wo wir dann auch noch lange blieben um diverse Dinge zu erledigen. Endlich wieder im Hotelzimmer musste ich noch eine Präsentation über die “History of IBM” vorbereiten. Naja, copy-paste von Wikipedia muss reichen.

Heute ging es mir recht gut, seit gestern Mittag hatte ich keinen Dünnpfiff mehr. :-)

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Mein erster Kurstag

Mittwoch, 20. Juni 2007 23:59

“Es” lief wie geschmiert - ihr wisst schon was. Aber abgesehen vom Durchfall war ich wieder etwas kräftiger am Morgen und ich nahm wieder am Ausbildungsprogramm teil.

Das Programm erstreckt sich über ca. 2 Monate und muss von allen indischen Software-Entwicklern absolviert werde, welche neu zu IBM kommen (in der Regel direkt ab Hochschule). Entsprechend stand uns ein 3-tägiger Kurs “Campus to Corporate” bevor, bei welchem Business-Verhalten (Kommunikation, Etikette, Teamwork) unterrichtet werden sollte.

Für die Inder ab Campus etwas Neues, für uns Europäer kalter Kaffe. Allerdings geht es für uns nicht besonders um den Inhalt der Kurse, sondern mehr um das Interkulturelle. Für uns eine gute Gelegenheit, Eindrücke zu sammeln - und uns an das indische Englisch zu gewöhnen. Dieses ist einfach grauenhaft. Man merkt teilweise gar nicht, ob sie nun Hindi, Bengalisch oder Englisch sprechen!

Nach dem Mittagessen (für mich ein wenig Reis) nahm ich ein Imodium gegen Durchfall (bzw. dessen Symptome) - und hatte doch tatsächlich für den Rest des Tages keine Beschwerden mehr. :-)

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Bioflorin

Dienstag, 19. Juni 2007 23:59

Die Nacht war der Horror. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich aufwachte und mich auf dem WC entleerte… . Heute wäre der erste Kurstag gewesen, aber das hätte absolut keinen Sinn gemacht in meinem Zustand. Wie ich später erfuhr, hatte ich jedoch nicht besonders viel verpasst. Schön war, wie sich meine Teamkollegen um mich kümmerten. Um den Magen etwas zu beruhigen schluckte ich auch 2 Bioflorin und würgte am Abend ein Körpersalz-Cocktail herunter.

Am Abend kam noch ein Typ von der Bank vorbei, bei der wir das Konto eröffnen wollten. Da wir aber noch nicht alle benötigten Dokumente vorweisen konnten, verschoben wir die Banksache bis auf Weiteres.

Seufz, ich falle ja fast von den Knochen, wenn ich keine Nährstoffe im Körper behalten kann… . :-(

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IBM-Besuch und… oh, oh!

Montag, 18. Juni 2007 23:59

Nach dem Mittagessen trafen wir uns mit Aindrila und Sam im IBM-Gebäude, um unseren Mobiltelefonvertrag abzuschliessen. Der Typ am Empfang plauderte gerne und kannte sogar die Geschichte von unserem Nationalhelden William Tell. ;-) Wir haben nun SIM-Karten vom Provider Airtel, allerdings müssen wir noch warten, bis sie aktiviert werden.

Später gingen wir nochmals auf Wohnungsbesichtigung. Eine Wohnung war wirklich schon schön anzusehen., da wollten gleich alle bleiben… . Wir beschlossen, die Entscheidung, wer wo wohnen wird am Pool auszudiskutieren. Allerdings spielten wir da ein spannendes Wasserballspiel (Schweizer gegen “Ausländer”) und hockten uns später am Abend nochmals zusammen.

Der Tag war schon recht anstrengend, die ganzen Temperaturwechsel, das Hin- und herfahren, der Wasserball-Fight… . Ich kaufte mir noch zwei Sandwiches, die ich aber nicht mehr geniessen konnte. Ich warf mich schlotternd(!) im Zimmer auf’s Bett - um mich kurz darauf auf der Toilette zu übergeben. Mein Fiebermesser zeigte 37.0° C an und bald sezte der, naja, Dünnpfiff ein… .

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