Beiträge vom Juli, 2007

Bargaining im old New Market

Montag, 30. Juli 2007 8:59

Montag war frei, da wir ja am Samstag Kurs hatten. Gut, dass wir Kontakte zu Einheimischen haben; Rahul hat sich wieder bereit erklärt, auf eine Stadtrundfahrt mitzukommen. Eigentlich wollten wir einen Tempel besichtigen gehen, aber da wir lange im Verkehr standen und sich der Hunger langsam bemerkbar machte, machten wir zuerst Halt in der Nähe des New Markets (also “new” heisst in diesem Fall Eröffnungsdatum 1. Januar 1874). Das erste Restaurant verliessen wir etwas frustriert, selbst mit unserem Bengalischen Kollegen konnten wir dem Personal auch nach drei Versuchen nicht klar machen, was wir essen wollten. Im zweiten Restaurant hat’s dann besser geklappt.

Danach besuchten wir den New Market. Es gibt draussen einige Marktstände - aber auch Händler, die einen in das grosse Marktgebäude ziehen wollen. Naja, wir gingen dann auch ins Gebäude (linke Bildseite).

New Market, Kolkata

Dann haben wir den Fehler gemacht, uns aufzuteilen. Ich liess mich in ein Souvenier-Geschäft komplimentieren, bei dem ich zwar fleissig “bargaining” (”määrte”) betrieb, aber dennoch hundertprozentig abgezockt wurde. Ich schätze, die Händler verlangen von Ausländern das Fünf- bis Zehnfache! Das nächste mal muss ein indischer Kollege dabei sein. Wie auch immer, das Angebot ist riesig, man kriegt dort so ziemlich alles. Den Gewürzmarkt kann man sich sparen, laut Insidern kriegt man in jedem Supermarkt besseres Gewürz - und erst noch billiger.

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Kulturschock…

Samstag, 28. Juli 2007 23:59

Diesen Samstag hatten wir Education - dafür ist dann der Montag frei. Da wir keinen Fahrer hatten, spazierten wir nach Hause. Auf dem Weg sahen wir noch den hiesigen Schulbus:

Schulbus

Am Abend war Party bei Manoj, Fabian B. und Oliver angesagt. Wie immer waren auch sämtliche indischen Kollegen von der Education eingeladen; dieses mal sind allerdings nicht so viele gekommen wie das letzte mal zu uns ins DL-5. Wir hatten wieder viel Spass bei Popcorn, Sandwiches, Bier, Drachen auf der Dachterrasse steigen lassen und dem Film “Borat”. So gegen 12 Uhr gingen einige von uns noch in die City in den Club “Underground”.

Solche Clubs können sich nur wenige Inder leisten. Und zu dem Thema passt noch ein Erlebnis vor der Wohnungsparty: Da wir noch bei einem indischen Kollegen einen Zwischenhalt machten, bekam ich auch zu sehen, wie einige indische IT-Mitarbeiter wohnen… . Ich geb mal eine Beschreibung, möglicherweise lösche ich den Teil aber später mal… ist halt etwas heikel… ich hab auch keine Fotos gemacht - die könnten alleine auch gar nicht viel aussagen… .

Hm, also, stellt euch vor, ihr hättet studiert und einen guten Job bei einer grossen Firma. Ihr wohnt mit fünf Mitarbeitern in einer WG; die Häuser der Gegend sehen von aussen eigentlich gar nicht so schlecht aus. Ihr lebt in einem kleinen Wohnblock mit etwa drei Wohnungen. Eure Wohnung besteht aus zwei Räumen. Das, was bei uns die Garderobe wäre, ist das “Zimmer” für zwei Personen. Es liegen zwei Badtuchgrosse Decken am Boden - keine Matratzen (geschweige denn ein Bett), kein Schrank… . Im grösseren Raum hat es Platz für vier Decken, ein paar Sporttaschen mit persönlichen Sachen und einige Stapel technischer Bücher. Die Kleider sind an Schnüren an der Wand aufgehängt. An einem Nagel an der Wand hängen die Badges der anderen Mitbewohner. Auch da keinerlei Möbel, Stühle, Tische… . Dann gibt es noch eine kleine offene Küche. That’s all. Nein, das Badezimmer habe ich nicht vergessen - es war einfach keines da! Irgendwo muss es wohl ein gemeinsames Badezimmer/Toilette geben. Ich hoffe es zumindest, ich hab mich nicht darauf geachtet, es ist mir auch erst im Nachhinein bewusst geworden.

Bisher hatte ich nicht so Mühe mit der Armut, den Slumbewohnern und den Menschen, die buchstäblich auf der Strasse schlafen müssen. Aber dass Kollegen von mir, die wie ich direkt nach dem Studium zu IBM gekommen sind, in solchen Wohnungen leben - das ist krass! Ich habe schon ein schweizer Asylantenheim von Innen gesehen - selbst dort gibt es Betten, Schränke, Tische und Fernseher!

Liebe Leser - seid euch bewusst wie gut ihr es habt!!!

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Poolparty im aqua

Freitag, 27. Juli 2007 23:59

Freitagabend war wieder Ausgang angesagt. Abendessen gab’s im Moulin Rouge, dann in’s “Someplace Else”. Die Live-Band war gut, sie spielte vor allem westliche Musik. Wir waren mal nicht die einzigen Weissen - wir haben noch eine Gruppe junger Frauen aus verschiedenen europäischen und südamerikanischen Ländern kennengelernt. Wir sind mit ihnen später auch weitergegangen ins Roxy und in’s aqua (diese Bars und Clubs, sowie das Tantra, befinden sich alle in der Parkhotel-Anlage). Das aqua ist eine Bar am Hotel-Swimmingpool - dort haben sie mir 700 Rupien (~CHF 23.-) für einen Long Island Ice-Tea abgeknöpft! Dafür liessen wir uns später Badehosen bringen und vergnügten uns im Wasser. Auch ein indischer IBMer, den wir gerade kennengelernt hatten, leistete uns Gesellschaft im (warmen) Wasser. Die Clubtour beendeten wir dann im Tantra - nach einigen weiteren Drinks selbstverständlich.

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ARE YOU GETTING ME?!?

Donnerstag, 26. Juli 2007 23:59

Unsere IT-Büchersammlung wächst und wächst. Die einzelnen Kurse dauern ein bis drei Tage, und da wir jedesmal noch ein Buch dazu erhalten, sind wir Fachliteraturmässig recht gut ausgerüstet. Wir haben auch schon einige Teacher erlebt, und jeder hatte so seine Eigenheiten: der “Roboter”, bei dem man am Morgen auf “Play” drückt und abends um sechs auf “Stop”, oder der “Wetten dass…-Schnellsprecher”: der hat zwei Lieblingsfragen - “Are you comfortable?”, meistens gefolgt von “Shall I come again?” Hilight war der “Schreihals”, der so laut spricht, dass man sich fast die Ohren zuhalten muss. Ob wir das Thema verstehen fragt (bzw. schreit) er uns jeweils mit “ARE YOU GETTING ME?!?”.

Am Montag waren wir noch im Kino und haben uns “The Bong Connection” angeschaut, ein bengalischer Film, der zwei Geschichten parallel erzählt: eine über einen jungen Bengalen aus Kolkata, der nach Amerika kommt und eine über einen anderen jungen Bengalen, der gerade von den USA nach Kolkata zurückgekommen ist. War kein Bollywood-Film und hatte wohl auch nicht das grösste Budget, aber schlecht war er eigentlich nicht. Und er machte Pluspunkte bei den Szenen an Orten von Kolkata, die ich selbst schon gesehen hatte - z.B. das Pub “Someplace Else”. Und: ein Charakter hiess Gary! Der war leider ein A…loch. ;)

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Eine französisch-indische Familie

Sonntag, 22. Juli 2007 23:59

Wir haben uns entschieden, irgendwo draussen zu frühstücken und haben auch eine Art “Strandbeiz” gefunden.

Frühstück in einer Strandbeiz

Als wir so da gesessen und Rührei und Zuckerbrot gegessen haben, hat uns ein Europäer mit französischem Akzent angesprochen. Wir haben in natürliche eingeladen, sich zu uns zu setzen. Patrice heisst er, stammt ursprünglich aus Paris und kam vor 6 Jahren nach Indien. Unterdessen ist er mit einer Inderin verheiratet, hat 2 Kinder und wohnt in Gangaport, ein einfaches Dorf gleich neben Digha. Er hat uns geholfen, Bustickets für die Rückfahrt zu organisieren und hat uns darauf zu sich nach Hause eingeladen.

Als “a typical Indian village” bezeichnete Patrice das Dorf. Und das ist also schon was anderes als bei uns - eben halt “einfach”. Die “Main Road” ist ein 1-meterbreiter Trampelpfad, die Häuser einfache Hütten aus Holz und Steinen. Eine Grundschule gibt es noch… und das war’s dann eigentlich an Infrastruktur.

Gangaport

Patrice zeigte uns sein Haus und seine “Eiermaschine” (eine Holzkiste mit einem Huhn drin) und stellte dann seine Frau und seine Kinder vor. Sehr sympathisch - eine wirklich nette Erfahrung!

Patrice's Familie

Für die Heimreise hatten wir leider keinen AC-Bus mehr buchen können, aber immerhin einen “nonstop-bus” (nur ein Zwischenhalt an einer “Autobahnraststätte”). Er war etwas bequemer als der erste und mit Fahrtwind war’s auch von der Temperatur her aushaltbar.

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Digha: wir als Touristenattraktion

Samstag, 21. Juli 2007 23:59

Digha (Google Map)Christian, Marco, Fabian und ich standen heute Samstag früh auf: um halb sieben assen wir Frühstück, um sieben Uhr verliessen wir unser Appartement und fuhren mit dem Taxi in die Stadt zur Busstation. Unser Ziel war Digha, ein Feriendorf am Meer mit einem schönen Strand. Digha liegt etwa 190km südwestlich von Kolkata entfent; wir hatten uns entschieden, mit dem Bus dorthin zu fahren (laut Reiseführer eine Fahrt von etwa 5 Stunden). Wir hatten das Taxi noch nicht mal bezahlt, da hat uns schon ein Typ mit “Digha? Come! Bus!” abgefangen. Naja, da wir eh genau das wollten, liessen wir uns in den Bus drängen, obwohl die Fahrt erst in einer Stunde beginnen würde. War auch günstig: 20 Minuten Taxifahrt kostete 150 Rupien (CHF 5.-), während 190 Kilometer per Bus nur 80 Rupien (~CHF 3.-) pro Person kosten.

Busstation in Kolkata

Die Fahrt war ziemlich anstrengend: die Knie an den Vordersitz gedrückt, Rucksack auf dem Schoss (und beinahe noch zusätzlich ein Inder), und wenn man Pech hatte, musste man arg den Kopf einziehen, um ihn nicht an der Gepäckablage anzustossen (vor allem, wenn der Bus wieder mal in ein Loch oder über eine Schikane holperte). Klimaanlage gab’s nicht, und immer wenn der Bus wieder einen Halt machte um noch mehr Passagiere und Süssigkeiten-Verkäufer reinzulassen, machte sich das feucht-heisse Klima wieder bemerkbar.

Kommunisten in WestbengalenDie Landschaft südwestlich von Kolkata präsentiert sich etwa gleich wie beim letzten Ausflug nach Sunderban (naja, aber was sind auch schon 200km? Nichts!) - flach, sumpfig, “tropisch”, viele Reisfelder und kleine Dörfer. Aufgefallen sind mir die vielen roten Hammer-und-Sichel-Fahnen der Kommunisten (Westbengalen hat eine [demokratisch gewählte] kommunistische Regierung). Und wenn wir schon bei Symbolen sind: die Swastika, das Hakenkreuz, ist in Indien ebenfalls weit verbreitet - natürlich nicht mit der nationalsozialistischen Bedeutung, sondern mit der als Glücksbringer.

In Digha angekommen suchten wir uns zuerst eine Bleibe für die Nacht. Obwohl die Monsunzeit nicht die Topsaison ist für Strandferien konnten wir erst im dritten Hotel (”Seahawk”) die beiden letzten Zimmer mit Klimaanlage schnappen. Und dies auch nur mit Mühe: der Hotelmanager wollte uns die Zimmer zuerst nicht geben, da niemand von uns den Pass mitgenommen hatte. Er willigte schliesslich doch ein, da wir die Passangaben auswendig konnten. Okay, ehrlich gesagt haben wir teilweise etwas geraten… . Der Manager murmelte noch etwas von “Scotland Yard will check!”, aber das haben wir nicht so ernst genommen. ;) Jedenfalls haben wir gelernt, dass man Kopien vom Pass mitnehmen sollte wenn ein Hotelaufenthalt ansteht.

Für das Mittag-/Abendessen gingen wir in das Restaurant, das in einem Reiseführer hervorgehoben wurde. Es hat uns geschmeckt, aber speziell war’s irgendwie schon: auf einem der hinteren Tische hat einer gepennt, einige Speisezutaten und die Getränke hat ein Junge irgendwo auf der anderen Strassenseite eingekauft.

Der Indische Ozean!Die erste Strandbesichtigung in Digha hat uns etwas enttäuscht, da wir statt Sandstrand nur ein Beton-Ufer vorgefunden haben. Daher strampelte uns bald ein Velorikscha-Fahrer ein paar Kilometer weiter nach New Digha, wo wir dann über den Sandstrand den Wellen des Indischen Ozeans engegenspazieren konnten.

Digha und New Digha sind Touristendörfer, der Grossteil der Besucher kommt aus Kolkata. Hm, als Europäer fällt man schon in der Stadt auf, in Digha aber waren wir wohl DIE Attraktion! Immer wieder haben sich Grüppchen um uns versammelt um mit uns zu laufen und zu reden. Ich kam mir zwar manchmal vor, als sei ich von einem anderen Planeten, aber die Leute waren alle nett und wir haben uns gut amüsiert.

New Digha Beach

Mit dem Sonnenuntergang sind wir zu Fuss den Wellen entlang nach Digha zurückspaziert. Vor einigen Stunden wirkte die Strandpromenade ziemlich leer, jetzt aber haben die Leute die Siesta abgeschlossen und jetzt war auch wirklich etwas los. Nach einigem Herumfragen und Suchen haben wir den staatlichen Alkoholshop gefunden und einige “King Cobra Strong” mitgehen lassen; auf einem Stein am Strand machten wir es uns dann bequem. Die vielen Verkäufer schickten wir zuerst alle weg, als das Bier aber zur Neige ging, fragten wir mal einen, ob er uns einen Whisky organisieren könnte. Bald kamen auch seine Kollegen und wir hatten’s ganz lustig zusammen. ;) Wir offerierten die Whiskyflaschen, sie etwas Tabak. Ja, so schlecht funktioniert das gar nicht mit unserem “Socializing”, auch wenn wir erst eine Hand voll Wörter auf Hindi können und die Landbevölkerung eigentlich nur Bengalisch oder… äh, noch eine andere Sprache spricht.

Beachparty mit Indern

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Und täglich grüsst die Ameise

Freitag, 20. Juli 2007 23:59

Die Ameisen liessen sich auch von chemischen Mitteln nicht allzu sehr beeindrucken, und so krabbelte es auch am Donnerstag und Freitag Morgen munter rund um mein Kopfkissen. Was lockt die Biester denn an?

Am Freitag Abend war recht viel los in Salt Lake, im City Centre wurde eine Bühne aufgestellt und Bands spielten Musik. War allerdings nicht soooo unser Geschmack und nach dem Abendessen im KFC war das Programm schon fast fertig. Wir haben noch eine gemütliche Bar gefunden, von der man einen schönen Blick auf das Einkaufszentrum und Teile von Salt Lake hat. Allerdings merkt man selbst dem Long Island Ice Tea fast keinen Alkohol an… .

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Das grosse Krabbeln

Dienstag, 17. Juli 2007 12:00

Aaaargh! Heute Morgen wachte ich ganz speziell auf: ein Jucken am ganzen Kopf, sowohl im Gesicht wie auch in den Haaren - ein Jucken, das krabbelt! Nein, nicht ein Jucken - ein paar Dutzend von meinen unfreiwilligen Haustieren haben sich’s auf meinem Kopf und auf meinem Kissen bequem gemacht!

Das grosse Krabbeln

Bäh, ich muss mir Insektengift besorgen!

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B. G. Heinz

Montag, 16. Juli 2007 23:59

Fast genau einen Monat hat es gedauert, bis wir die FRRO-Dokumente (so quasi die Arbeitsbewilligung für Indien) erhalten haben. Dafür sehen sie echt klasse aus: Druckfehler, Tipp-Ex und durchgestrichene Angaben, alles auf WC-Papier-Ähnlichem gedruckt und immer wieder die lustige Abkürzung meines Namens: B. G. Heinz. ;)

FRRO-Papiere

Sollten wir am 2.6.2008 noch in Indien sein und zu diesem Zeitpunkt keine Bewilligung für eine Verlängerung besitzen, so würden wir den Foreigner’s Act von 1946 verletzen, was mit Busse und 5 Jahren Gefängnis bestraft würde.

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Tigersuche im Nationalpark

Sonntag, 15. Juli 2007 23:59

Sunderban Tiger Reserve

Sechs von uns haben für dieses Wochende ein Zweitages-Ausflug in den Sunderban-Nationalpark gebucht. Dieser ist das grösste Mangroven-Gebiet der Welt und zugleich Reservat für den bengalischen Tiger (panthera tigris tigris). Zwar ist die Monsunperiode nicht unbedingt die beste Zeit für solche Touren und die Chancen auf die grossen Wildkatzen zu treffen eher klein, trotzdem liessen wir uns davon nicht einschüchtern und stiegen zusammen mit neun weiteren Teilnehmer in Kolkata in den Tourbus ein.

Der Bus führte uns aus der Stadt über’s Land durch kleinere Dörfer, Reisfelder und Ziegelbrennereien. Mir ist aufgefallen, dass selbst in 100-Seelen-Dörfern mindestens ein Airtel-Schild hängt. Ob das jeweils tatsächlich Airtel-Vertretungen oder ob es sich einfach um das “Dorftelefon” handelte kann ich nicht sagen. Nach ca. drei Stunden Fahrt machten wir Halt in Gothkhali und stiegen um in ein Boot.

Unser Boot / eine frische Kokosnuss

Nach dreistündiger Fahrt durch das Naturschutzgebiet machten wir auf einer Insel Halt, auf welcher sich unser “Camp” befand. Am Nachmittag suchten wir noch zwei andere Inseln auf mit “Watching towers” und kleinen Museen auf. Wir haben einen herumspringenden Affen und im Crocodile Pond ein herumliegendes Krokodil gesehen – den erhofften Tiger leider nicht. Am Abend gab’s noch Tanz und Gesang von Einheimischen – wobei mir das irgendwie zu touristisch wirkte. Für die Übernachtung hatten wir die teureren Hütten mit Klimanlage gewählt und waren froh darüber.

Sunderban Tiger Reserve

Tiger und Krokodil
(Das Tigerfoto habe ich mit meiner Digicam geschossen - etwa 50cm vor einer Fotografie an der Rezeption ;) )

Am Morgen wurden wir schon um 5:30 Uhr geweckt – nur um einen Krug Tee vorbeizubringen. Um 6:30 Uhr legte das Schiff ab und wir fuhren weiter durch das Mangrovengebiet zu einem weiteren Watching-tower. Leider sahen wir auch da keine Tiger, zumindest aber Rehe und Hirsche.

Auf dem Rückweg wendete der Steuermann plötzlich das Schiff und rief “King Cobra!”. Und tatsächlich: am Ufer bewegte sich etwas schwarz Glänzendes. Die zwei bis drei Meter lange Giftschlange bewegte sich dann auf das Wasser zu und schwamm von uns weg – unser Schiff nahm die Verfolgung auf und konnte ihr einige Minuten lang in geringem Abstand folgen.

Königskobra

Für uns war das so ziemlich das Highlight des Ausfluges, denn nachher stand nur noch der (gleiche) Rückweg auf dem Programm, und so schön das Sundarbangebiet auch ist, irgendwann hat man’s gesehen. Am Sonntag Morgen war einfach Flut und viele am Vortag noch freistehenden Bäume standen nun vollständig im Wasser. Das Wasser ist übrigens salzig und da drin tümmelt sich neben Kobras noch allerlei Getier wie Krebse, Quallen, Schildkröten und sogar Delphine.

Mangroven im Wasser

Am Abend ist mit Ilario unsere Schweizer Verstärkung eingetroffen. Er wohnt bis auf Weiteres bei uns im DL-5-Appartement.

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