Beiträge vom Oktober, 2007

Braune Käfer und grüne Männchen

Mittwoch, 31. Oktober 2007 23:59

KakerlakeDas Wort “Käfer” steht nicht zum ersten Mal in diesem Blog - im Zusammenhang mit unseren krabbelnden Untermieter (ich glaub’ es sind Kakerlaken) aber hoffentlich zum letzten Mal. Die Käfer(p)lage war… nun ja, es ging so weit, dass sie sich sogar in Laptop-Taschen verkrochen hatten und im Büro wieder zum Vorschein kamen. Wäre eigentlich auch eine Möglichkeit gewesen, die Insekten loszuwerden… . ;)

Am Donnerstag kam während unserer Abwesenheit ein “Pest Control Team” um den Sechsbeinern den Gar auszumachen. Vielleicht muss ich präzisieren, dass dieses “Team” aus einem Typen bestand, der mit irgendeinem Kampfgas bewaffnet gewesen war, dessen Geruch auch uns Zweibeiner noch zehn Stunden später beinahe umkippen liess. Zum Glück doch nicht ganz, und für’s erste sind wir sie wohl los.

Stattdessen kamen die grünen Männchen nach Kolkata, jedenfalls berichteten Zeitungen, dass ein UFO über unseren Dächern gesichtet worden sei. Ein Kolumnist stellte sich seine Begegnung mit einem Alien vor: wenn es eine hübsche Ausserirdische wäre, würde er sie zum Tee einladen - und sonst eine Suppe draus machen.

UFO über Kolkata?

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Streik in Kolkata

Mittwoch, 31. Oktober 2007 23:59

Steinwurf-LadyFür Dienstag und Mittwoch haben Oppositions-Gruppierungen grössere Streiks angekündigt, am Mittwoch soll versucht werden, Kolkata lahm zu legen. Kein öffentlicher Verker, Strassenblockaden, Androhung von Gewalt… was einem halt so einfällt, um die Leute von der Arbeit fernzuhalten. Man kann diesen Gruppierungen anrechnen, dass existenzielle Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollten.

Natürlich gab es bei unserer Firma einen Plan: die Leute sollen vor Streikbeginn (6 Uhr morgens) zur Arbeit erscheinen und erst nach Streikende (6 Uhr abends) nach Hause gehen. Busse seien organisiert. Home office sei auch eine Variante; für die habe ich mich dann auch entschieden. Um 9 Uhr habe ich mal per Messenger geguckt, wer denn schon alles von meinem Team bei der Arbeit ist: ich war der Einzige! Hat sich auch erst um etwa 10 Uhr geändert, es war also alles wie gehabt und gewohnt. Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass die IT-Industrie auch als “existenzielle Einrichtung” angesehen wurde und somit ganz Salt Lake City nicht Ziel der Aktivisten war. Die ganzen Streikaktionen wurden im Nachhinein von der Presse kritisch kommentiert, und eine Frau, die beim Steine Werfen fotografiert worden war, wurde kurzerhand zur Fahndung ausgeschrieben.

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Es gibt viel zu tun!

Montag, 29. Oktober 2007 23:59

PAN AusweisZwei neue Ausweise konnte ich am Montag bei der Arbeit entgegen nehmen: ich muss nicht mehr länger mit diesem hässlich-grünen Temporary-Badge rumlaufen, sondern trage jetzt einen Foto-Badge von IBM India. Und zweitens haben mir die Leute von der indischen Steuerbehörde einen Ausweis geschickt, der beweist, dass ich eine Permanent Account Number (PAN) besitze und ich somit indische Steuern bezahle.

6-Tage-WocheFür November und Dezember stehen drei Feiertage an. Jetzt kam von irgendwo oben her die Order, die müssten kompensiert werden um die Geschäftsziele zu erreichen. Am besten nicht nur einfach, sondern gleich doppelt. Resultat: Büropflicht für sechs Samstage. Ankündigung folgte zwei Tage vor dem ersten Arbeits-Samstag. Herrlich! :(

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Zurück zu den Strassen-Kühen

Sonntag, 28. Oktober 2007 23:59

Zwei Wochen vergehen schnell - wenn es sich um Ferien handelt noch viel schneller! :( Dafür habe ich die Zeit mit Familie, Freundin und Kollegen wirklich sehr geniessen können. Liegt auch daran, dass ich nicht wie ursprünglich vorgenommen Programmierarbeit verrichtete, sondern einfach auf der faulen Haut lag und mich erholte. Muss auch mal sein! ;)

Nun denn, am Samstag Abend ging’s via München wieder Richtung Morgenland. Vom (teuren) Lufthansa-Flug nach Delhi war ich enttäuscht: Bei British Airways und Emirates gibt’s auch in der Economy-Klasse pro Passagier einen eigenen Bildschirm im Vordersitz. Bei der Lufthansa ist dies nur in den teureren Klassen der Fall. Und beim indischen Film, den sie gezeigt haben, dachte ich eine Viertelstunde lang, es handle sich um eine Dauerwerbesendung. Hinzu kam, dass ich noch ganz hinten sass und zuerst eine an Platzangst leidende Dame (die gerade eine Krise hatte) neben mich plaziert wurde und später ein 200-Kilo-Mann, dem übel geworden war.

Flughafen Delhi Nach der Einreisekontrolle in Delhi wurde es knapp! Denn vom International Airport zum Domestic Flughafen muss man mindestens eine halbe Stunde rechnen. Zwar gibt es gratis Shuttle Busse, aber wie oft die fahren ist nirgends ersichtlich. Da ich einen solchen verpasst hatte und mir geraten wurde, aus Zeitgründen ein Taxi zu nehmen, biss ich halt in den sauren (weil teuren) Apfel und liess mich chauffieren. So schlecht war meine Entscheidung allerdings nicht, denn beim Check-In erwischte ich noch einen der allerletzten Plätze.

Und so hat dann schliesslich alles geklappt. Zwar sass ich neben einem höchst arroganten Inder (gibt es leider einige in der vermögenden Klasse), aber das kannte ich ja. Und in Kolkata fand ich auch zu meinem Koffer voll Schokolade und draussen stand schon ein Fahrer bereit mit einem Schild “Mr. Gerry, IBM”.

Hallo, ihr heiligen Kühe auf der Hauptstrasse! Ich bin wieder da!

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Durga Puja

Mittwoch, 24. Oktober 2007 23:59

Ein bisschen schade an meinem Heimurlaub war, dass ich ausgerechnet das grösste Fest des Jahres von Kolkata verpasste: Durga Puja. Puja bedeutet soviel wie Verehrung, Durga ist eine Göttin des Hinduismus, welche unterschiedliche Erscheinungsformen hat, sowohl gütige wie auch zerstörerische (Kali). Das wichtigste Fest von Westbengalen wird während mehreren Tagen gefeiert und ganz Kolkata erscheint erscheint in einem ganz anderen Licht.

Die Vorbereitungen beginnen schon mehrere Monate vor dem Anlass. So werden kunstvolle Skulpturen aus Ton hergestellt, welche meist Durga, ihre Kinder und einen Dämonen darstellen.

Göttin Durga, ihre Kinder und ein Dämon

Noch beeindruckender sind die grossen “Pandale”, prächtige Bauten aus Holz und Tüchern(!), welche indischen Tempeln nachempfunden sind. In der Nacht und beleuchtet ist das ein Anblick… naja, für die Götter.

Ein Pandal bei Nacht

Ein Pandal bei Nacht
(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Marco)

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Ab in den Westen

Freitag, 12. Oktober 2007 23:59

Geburtstagskuchen - mitten in die Fresse!An meinem Geburtstag hab ich eins in die Fresse gekriegt! Genauer: ein Stück vom Geburtstagskuchen, den meine Teamkollegen organisiert haben. Noch genauer: nicht nur ins Maul, sondern auch viel Kuchenmasse ins Gesicht. Das ist hier so der Brauch, und da wollte ich keine Ausnahme sein; da hatten die Inder Freude! :-)

Schön war auch, dass der Geburtstag auf meinen ersten Heimreisetag gefallen war; so machte ich etwas früher Schluss und liess mich zum Flughafen chauffieren. Von Kolkata aus ging’s zuerst nach Delhi. Dort muss man mittels Shuttlebus vom Domestic- zum International Airport wechseln, was etwas über 20 Minuten dauert. Ein British Airways Typ machte mich dann darauf aufmerksam, dass ich noch Handgepäck reduzieren müsse - also stopfte ich meinen Rucksack in den Koffer und nahm noch was zu Lesen in die Laptoptasche.

Max. 32 KgGut hatte ich in eben dieser Tasche nicht nur den Computer, sondern auch diversen Papierkram; denn was die Schalterdame alles wissen und sehen wollte, bevor sie mir die Boardingpässe überreichte erinnerte mich an ein Polizeiverhör. Dabei wollte ich das Land doch verlassen!

Sei’s drum! Mit etwa 45 Minuten Verspätung war mein Flieger “airborne”. Da folgten schon bald Explosionen und Schiessereien - zum Glück nur im Bruce Willis-Streifen im Flugzeugkino.

In Heathrow sorgte der britische Humor für ein wenig Erheiterung bei der Sicherheitskontrolle: wer beim obligatorischen Schuhe-Ausziehen Löcher in den Socken aufweise, müsse wieder am Ende der Schlange anstehen. ;)

Die Verspätung von Delhi wirkte sich auch auf London und damit auf meine Ankunftszeit in Zürich aus. Aber was ist schon eine Stunde auf einer 19-Stunden-Reise? Und was bei zwei Wochen Ferien in der Heimat? :)

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Home Cinema

Sonntag, 7. Oktober 2007 23:59

Videobeamer werden einem hier nicht gerade nachgeworfen. Für das Wochenende wollten wir einen solchen mieten, der eine Vermieter bestand darauf, dass immer eine Aufsichtsperson dabei ist. So was Beklopptes! Wir nahmen dann halt das Gerät von einem anderen Geschäft, ohne Aufsichtsperson, dafür teurer. 1′500 Rupien (~CHF 50.-) pro Tag wollten die sehen - immerhin organisierten sie die von uns gewünschte Leinwand. Filmmaterial hatten wir genügend, ein IBM-Kollege hat uns einige 5-in-1-DVDs mitgebracht - selbstverständlich alles legale Kopien! ;)

Leinwand Videobeamer-Einrichtung

Ja, so zog sich das Wochenende hin, mit Hollywood und Bollywood, Mikrowellen-Popcorn, Pizza, Kingfisher und steinharten Schrimps-Chips (die man eigentlich in Öl hätte braten sollen). DEN indischen Blockbuster, DHOOM:2, haben wir auch kritisch unter die Lupe genommen. Der hat uns köstlich unterhalten, dieser Basketballfilm (Insiderwitz!) - wobei halt einige Sequenzen für den westlichen Geschmack eher unfreiwillig komisch wirken.

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Feueralarm

Freitag, 5. Oktober 2007 23:59

FeueralarmDie Feueralarm-Übung in Altstetten hatte ich damals verpasst, dafür konnte ich sie hier in Kolkata nachholen. Am Freitag Nachmittag hatten wir so eine Ahnung, dass noch was kommen würde, die knacksenden Lautsprechen waren so ein Vorzeichen. Als der Alarm dann losging, spazierten alle (naja, fast…) gemütlich das Treppenhaus runter. In den oberen Stockwerken lief das noch zügig, je weiter man sich dem Ausgang näherte, umso grösser wurde das Gedränge. Draussen hätten wir uns vermutlich etagenweise sammeln sollen, jedenfalls bildeten sich vorbildliche Schlangen (eine Seltenheit in Indien) hinter den Typen mit den Stockwerk-Schildern. Etwa ein Drittel der Belegschaft stand also Schlange, ein Drittel verpflegte sich an den rustikalen Strassenständen und der Rest hat sich sonst irgendwo in die Büsche geschlagen.

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A Bug’s House

Donnerstag, 4. Oktober 2007 23:59

Gast im BadezimmerEidechsen hatten wir auch im DL-5, trotzdem staunte ich, wie das Tier in mein Badezimmer gelangen konnte. Das Fenster lässt sich nämlich (wie alle anderen Fenster in meinem Zimmer) auch mit Gewalt nicht öffnen und das Loch vom Abluft-Ventilator ist löblicherweise mit einem feinen Gitternetz versehen. Über den grossen Käfer mit den laaangen Fühlern war ich auch nicht sehr erfreut, aber gut, solange der mir nicht des Nachts über’s Gesicht krabbelt lass ich ihn leben.
Aber ein Käfer kommt ja selten allein - die restliche Kolonie hat sich in der Kochecke hinter der Mikrowelle verkrochen… und in Marco’s Wasserkocher.

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Blog Spam

Mittwoch, 3. Oktober 2007 23:59

Bevor auf diesem Blog ein Kommentar angezeigt wird, muss ich ihn erst freischalten. Diese Moderation ist leider nötig, denn längst werden nicht nur elektronische Briefkästen mit Spam überfüllt, sondern auch Diskussionsforen, Gästebücher und Blogs wie meiner. Heute hat mich ein Spammer recht übel erwischt:

Spam in Blogs

Der Screenshot kommt übrigens von meinem Zweit-Laptop, dessen Grafikkarte leider mal einer zu grossen Spannungsschwankung (oder was auch immer) ausgesetzt war. Studium, diverse Schaumparties, Sommerferien und Militärdienste machte mein Dell Inspiron 8200 mit - Indien war wohl zuviel für ihn. Naja - noch lebt er, der gute Junge!

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