Beiträge vom Februar, 2008

Die letzten Arbeitstage

Donnerstag, 28. Februar 2008 13:59

Seit unserer Darjeeling-Reise habe ich nichts Neues mehr hier reingeschrieben. Mein Projekt hat mich recht in Anspruch genommen, denn anfangs März ist ein neuer Release fällig. Etwas erschwerend kam hinzu, dass unser Indien-Programm gekürzt wurde: mein letzter Arbeitstag in Indien ist nun der 29. Februar 2008.

In aller Kürze, was sich in der Zwischenzeit so ereignet hat:

  • Die Vogelgrippe ist immer noch präsent in Westbengalen, aber der Verkauf von Hühnerfleisch scheint nicht mehr verboten zu sein. Glück für KFC!
  • Nach Minimaltemperaturen von 10°C im Januar steigt das Thermometer teilweise wieder über 30°C.
  • Gleich nach dem Darjeeling-Ausflug hat Christian als erster unsere BJ-7 WG verlassen. Christian, alles Gute im nächsten Projekt! War super mit dir in Indien! :)
  • Hochzeit Nummer vier: Avijit und Sonia (Reception Party):
    Avijit & Sonia
  • Marco verlässt BJ-7 einen Tag vor mir, also am 29. Februar. Marco, auch dir alles Gute im nächsten Projekt! War ein Glück, dich als Wohnpartner zu haben! :)

Am Samstag, 1. März 2008 werde ich dann auf Indienreise gehen. Auf dem Wochenprogramm stehen Delhi, das Taj Mahal in Agra und Rajasthan, das Land der Könige. Am 9. März komme ich dann wieder in Zürich an.

Bis bald! :)

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8586 Meter oder: Trittst im Morgenrot daher

Sonntag, 3. Februar 2008 23:59

05:30 Uhr, Tiger HillDarjeeling hat uns bisher recht gut gefallen, aber um ehrlich zu sein, hätten wir auch gerne noch einen Blick auf die nahen Himalaya-Bergketten geworfen. Wir befolgten daher Johann’s Tipp, stellten die Wecker auf 4.45 Uhr und fuhren kurz nach 5 Uhr los richtung Tiger Hill. Zuerst glaubten wir, wir seien die einzigen Spinner, aber je höher wir kamen, um so mehr Scheinwerferlichter erblickten wir vor und hinter uns. Kurz vor dem Ziel hat man eine Barriere hingestellt, um den Touristen noch ein paar Rupien abzuknöpfen. Egal! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt in der Kälte zu warten (auf dem Tiger Hill [2'590 m.ü.M.] lag auch ein bisschen Schnee)! Obwohl die Wolkenschicht zunächst viel verhüllt hatte, entging uns das Naturspektakel nicht: die Morgensonne beleuchtet die Berge der Kangchendzonga-Region; mit dem Aufgehen der Sonne wechselt auch die Farbe der von ihr beleuchteten Sieben- und Achttausender. Kangchendzonga (auch Kangchenjunga geschrieben) ist mit 8′586 Meter der höchste Berg von Indien und der dritthöchste der Welt.

Kangchendzonga im Morgenrot

Kangchendzonga, 15 min. später

Kangchendzonga-Region

Klicken um den Film zu startenAuf der Rückfahrt haben wir noch kurzen Halt gemacht beim buddhistischen Samten Choling Monastery, danach gab’s Frühstück im Hotel. Etwas vor 9 Uhr waren wir am Bahnhof des Toy Trains angelangt. Prash und ich besorgten uns 1. Klass-Tickets für die Fahrt bis zur nächsten Haltestelle Ghum, während Marco und Christian die Fenster eines Wagens putzten, damit wir später ungetrübte Sicht hätten. Leider war ihre Mühe etwas für die Katz, denn die gereinigten Fenster waren an einem Wagen 2. Klasse. :P Die Sitze in der ersten Klasse waren geringfügig bequemer, dafür liessen sich die Fenster von Hand nicht öffnen. Zum guten Glück hatte ich wie immer meinen Carlsberg-Flaschenöffner (in Kreditkartenformat) in meinem Portemonnaie - und siehe da: das Ding ist auch Windows-kompatibel! ;)

Toy Train

Dann ging die Fahrt los. Die Dampflokomotive zog die Wagen gemächlich die Steigung hinauf - der Bahnhof von Darjeeling liegt nämlich schon wieder etwas unterhalb von Ghum, dem höchsten Punkt der Strecke. Wir genossen die Fahrt ausserordentlich; irgendwie war es schon etwas Spezielles, in diesem Zug Passagier zu sein. Manchmal führen die Geleise sehr nahe an Mauern, Ästen und Häusern vorbei, einige Händler müssen aufpassen, dass die Passagiere kein Obst von ihren Auslagen stibitzen. ;) Vom Züglein aus konnten wir auch das Batasia War Memorial anschauen, das sich innerhalb der Batasia Loop befindet, wo die Strecke eine 360°-Kurve macht, um die Steigung passierbar zu machen.

Toy Train - durch enge Strassen

In Ghum angekommen war Posieren vor, neben und auf dem Toy Train angesagt, danach stiegen wir zu Bihm ins Auto, der dort auf uns wartete und uns dann wieder hinunter zum Flughafen Bagdogra fuhr. Darjeeling kann ich nur weiterempfehlen!

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Ein Tag in Darjeeling

Samstag, 2. Februar 2008 23:59

Die Panoramazimmer vom Hotel Cedar Inn haben sich leider nur wenig gelohnt, denn auch der Samstag Morgen glänzte nicht mit besonderer Weitsicht; also damit meine ich vor allem einen Blick auf die Himalaya-Bergketten. Kein Grund um auf einen Morgenspaziergang zu verzichten - die Sonne belohnte dies auch umgehend und beleuchtete geradezu malerisch das nahe Wäldchen und die St. Paul’s School.

Morgenstimmung, St. Paul's School

Bihm, unser FahrerWieder vor dem Hotel warteten wir kurz auf Bihm (keine Ahnung wie man das schreibt), unseren Fahrer für den heutigen Tag. Mit ihm fuhren wir dann los, zuerst eine Weile durch die Stadt. Auch wenn Darjeeling wie Kolkata zu Westbengalen gehört, trifft man hier auf ein ganz anderes Indien. Die Menschen sind grösstenteils nepalesischen Ursprungs (mongolische Gesichtszüge), was sich auch in Sprache, Schrift, Kultur, Religion, Mentalität und Politik äussert.

Eine steile Strasse führte uns zum Nipponzan Myohoji Temple (erbaut und bewohnt von japanischen Mönchen); in unmittelbarer Nähe befindet sich die Japanese Peace Pagoda (japanische Friedens-Pagode), wo die vier Avatare Buddha’s ausgestellt sind. Dort trafen wir zum ersten Mal auf Johann von IBM Dänemark, der für kurze Zeit ebenfalls in Kolkata arbeitete.

Peace Pagoda & Myohoji Tempel

Unser nächstes Ziel war der Ganga Maya Park. Die Strasse dorthin bot oft einen schönen Ausblick auf die Darjeeling Hügel und die steilen Teegärten. Der Park ist zwar schön anzusehen, trägt aber einen grossen “Touristen”-Stempel: künstliche Folklore, Pedalos auf einem künstlich angelegten See, Vogelgezwitscher aus (in Bäumen versteckten) Lautsprechern, Anprobieren von traditioneller Kleidung etc. In der Nähe befindet sich der Rock Garden mit den Chunnu Summer Falls; den haben wir aber nur von aussen betrachtet und machten uns bald wieder auf den Weg.

Ganga Maya Park

Mittagspause machten wir in der Stadt und probierten die Darjeeling-Spezialität: Momos. Mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, die gekocht oder frittiert hervorragend schmecken! Danach spazierten wir durch die Markstände und alle deckten sich mit warmen Sachen ein. Für den kommenden kalten Abend wollten wir schliesslich gut gerüstet sein - naja, und mein um den Hals gewickeltes Unterleibchen (Insider!) war auch nur ein Notbehelf.

Momos / Gut ausgemützte Europäer

Hervorragend ausgemützt (das Wort müsste in den Duden!) ging die Tour weiter. Den ersten Halt machten wir am Tenzing Rock (Tenzing Norgay war einer der beiden ersten Menschen auf dem Mount Everest), eine Felsformation, an der auch besagter Everest-Primus rumgekraxelt sein soll. Natürlich ein schönes Fotomotiv, allerdings wollten einige Hüter des Felsens 20 Mäuse alleine für’s Sicherheitsseil-Anfassen. Aber da ist man mittlerweile abgebrüht genug und so kamen wir ungeschoren davon zum Happy Valley Tea Garden.

Happy waren vor allem die Tee- und Souvenirverkäufer, die uns Teepäcklein und noch mehr Mützen andrehen wollten, und das - nach einem kurzen Spaziergang durch die Teefelder - auch mit gewissem Erfolg.

Letzte touristische Attraktion für heute war das Tibetan Refugee Self Help Centre. Als Asyl für tibetische Flüchtlinge gebaut, ist es heute mehr ein Alters- und Weisenheim mit Schule und buddhistischem Tempel, einer kleinen Ausstellung und einem Laden für tibetische Handwerkskunst. Hier haben wir auch Johann wieder angetroffen, der uns den Tipp gab, bei Sonnenaufgang auf den Tiger Hill zu fahren - die Chancen stünden gut, einen Achttaussender-Gipfel zu sehen. Okay, morgen also früh aufstehen!

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Auf nach Darjeeling!

Freitag, 1. Februar 2008 23:59

Karte Kolkata - DarjeelingAm Freitag Nachmittag landeten Christian, Marco, Prash und ich in Bagdogra. Mit einem dort gemieteten Taxi machten wir uns auf den Weg nach Darjeeling. Bagdogra liegt noch in der Westbengalischen Ebene auf 126 m.ü.M, Darjeeling dagegen auf 2′134 m.ü.M., somit lagen ziemlich genau 2000 Höhenmeter vor uns. Ich freute mich darauf, endlich Hügel und Berge in Indien zu sehen, denn die Region um Kolkata ist wirklich sehr flach.

Strasse nach DarjeelingDie Strasse zu unserem Zielort ist sehr kurvenreich (erinnert ein bisschen an Schweizer Passstrassen) und grösstenteils in einem recht guten Zustand, dennoch ist ein kräftiger Wagen wie der Tata Sumo für die drei- bis vierstündige Fahrt nach oben von grossem Nutzen. Etwas schade war, dass die Sicht nicht besonders gut war und wir nur einen kleinen Teil vom Panorama zu sehen bekamen.

Toy Train - 1. BegegnungNach einiger Zeit trifft die Strasse auf die Bahngeleise des berühmten Toy Trains. Die zwischen 1879 und 1881 gebaute Eisenbahnlinie, auf der Dampflokomotiven verkehren, ist heute ein UNESCO Weltkulturerbe. Bei einem kurzen Autohalt am Abend hat uns das Züglein überholt, wenn auch nur für kurze Zeit, denn mit dem Auto ist man schon einiges schneller unterwegs.

Als wir in Darjeeling ankamen, war es bereits dunkel - und kalt. Wir freuten uns daher auf unser warmes 4-Stern-Hotel. Die vier Sterne sind gerechtfertigt für das Ambiente und den Service - das mit der Wärme konnte leider nicht ganz erfüllt werden. Zwar wurden Wärmelüfter in unsere Zimmer gebracht und in den raumeigenen Cheminées Feuer entfacht, doch wegen der mehr als mangelhaften Isolation hat das nicht viel gebracht. Ich habe noch nie mit so vielen Decken und Kleiderschichten geschlafen - und die zwei Bettflaschen waren auch höchstwillkommen! Hat mich das bengalische Klima etwa verweichlicht?

Bettflaschen und ein wärmendes Feuerchen...

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