Agra - Taj Mahal

Donnerstag, 6. März 2008 23:59

Tuk-Tuk Ich bin in Delhi, der Hauptstadt Indiens, aber die Stadt muss warten. Es ist Mittwoch, und ich möchte nach Agra, um DAS Wahrzeichen von Indien zu sehen – am Donnerstag ist das Taj Mahal nämlich geschlossen. Eine Fahrt von Delhi bis nach Agra dauert 3.5 bis 4 Stunden, Glücklicherweise über eine sehr gute Autobahn. Trotzdem sehr indisch, was man so zu sehen kriegt; hättet ihr gedacht, dass mit einer Autorikscha (Tuk-Tuk) 14 Passagiere (plus Fahrer) transportiert werden können? Selbstverständlich ist das illegal, aber wen kümmert’s.
Agra Fort
In Agra ging ich erst mal was essen, dann besuchte ich das Agra Fort. Erbaut im 16. Jahrhundert, gilt es auch heute noch als das wichtigste Fort in Indien. Aus rotem Sandstein gebaut, hütete es lange Zeit die grössten Staatsschätze und ist heute ein UNESCO Weltkulturerbe. Im Innern befinden sich repräsentative Paläste, mehrere Moscheen und Gärten. Der Baustil vereint in harmonischer Weise Elemente islamischer und hinduistischer Baukunst.
Bald bin ich drin...
Dann kam endlich das Highlight meiner Indienreise zum Zuge. Die lange Warteschlange vor dem Eingang entmutigte mich erstmals ein bisschen. Das muss auch ein Typ bemerkt haben, denn er bot mir sofort an, mich für 500 Rupien (ca. CHF 17.-) „very fast, Sir“ extra schnell reinzubringen. Ich traute ihm nicht so und willigte nur ein, wenn ich erst drinnen bezahlen könnte. Ich Naivling stellte mir vor, wir würden dann irgendwo einen VIP-Eingang benützen. Denkste, der andere boxte mir schlicht den Weg durch die Schlange bis wir ganz vorne waren. Mann, war das peinlich! Aber egal, schliesslich und endlich darf ich es vorstellen: das Taj Mahal!
Taj Mahal
So gross ist es gar nicht...

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Jaisalmer - Jodhpur - Delhi

Mittwoch, 5. März 2008 23:59

Ein Morgen in der Wüste
Nach der frischen Nacht in der Wüste war ein wärmender Sonnenaufgang die Belohnung. Dann ging es wieder zurück zum Jaisalmer Fort. Das Fort ist bewohnt, etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt innerhalb der Festungsmauern. Wunderschöne Verzierungen an allen wichtigen Gebäuden, beeindruckende Tempel und eine schöne Aussicht – all das wird dem Touristen geboten.
Jaisalmer Fort
Mit dem tapferen Ambassador fuhren wir anschliessend zurück nach Jodhpur. Am Flughafen rechnete ich mit Abdul ab. Ich glaube, er war etwas enttäuscht, dass ich genau wusste, wie viele Kilometer wir zurück gelegt hatten – Wikitravel sei dank. Dafür überliess ich ihm meine alte 2-Megapixel-Kamera als Geschenk.
Indian Airlines Mit dem Flugzeug ging es dann bis nach Delhi. Diesmal nicht nur zum Umsteigen, sondern um die gewaltige Metropole zu besuchen. Ich war extrem froh, dass ich beim Guesthouse einen Abholservice gebucht hatte. Selbst dann war es nicht ganz einfach, unter hunderten von Typen mit Namensschildern den Richtigen auszumachen. Und ich hätte nicht wirklich Lust gehabt, in der 11-Millionen-Stadt, wo täglich durchschnittlich 963 neue Autos registriert werden, jemandem ohne Sprach- und Ortskenntnisse zu meiner Unterkunft zu lotsen. So aber kam ich schnell und sicher ans Ziel.

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Jaisalmer - ab in die Wüste

Dienstag, 4. März 2008 23:59

Rajasthan ist auch das Land der Wüste in Indien. Nach dem sumpfigen Kolkata und den Himalaya-Ausläufern bei Darjeeling mal wieder etwas ganz anderes. So führte also der Familienausflug in die Wüste Thar in Richtung Jaisalmer. Damit näherten wir uns gleichzeitig der pakistanischen Grenze und erblickten mehr und mehr Fahrzeuge und Soldaten der indischen Armee.
Jaisalmer wird ebenfalls von einer Festung dominiert, dem Jaisalmer Fort. Doch nach einem Chicken-Mittagessen sollte es zuerst zu den Sanddünen gehen. Diverse Veranstalter bieten Übernachtungen in kleinen Hüttchen an, natürlich gehört dazu auch ein Kamelritt zu den Dünen. Super, das mach ich!
Wüstenschiff
Mit Kameras und Wasser ausgerüstet durfte ich auf ein Kamel sitzen. Wenn das Tier aufsteht, sollte man sich gut am Sattelgriff festhalten, damit man nicht gleich im Sand landet. Ein Führer wanderte voraus und wies mir und dem Wüstenschiff den Weg in die Dünen. Ah, diese wunderbare Stille!
Die Wüste Thar
Kinder der Wüste Dann besuchten wir ein kleines Wüstendörfchen und ihre Einwohner. Ich bekam Tee serviert und durfte die aufgeweckten Kinder fotografieren. Einen Fehler machte ich dann, als ich nicht nur dem “Chef” Trinkgeld gab, sondern auch den Kindern, denn dies löste einen ziemlich groben Streit unter ihnen aus. Mein Kamelführer erklärte mir darauf, dass man ihnen besser Süssigkeiten als Geld gäbe, dann wären sie ganz brav und würden teilen.
Pünktlich zum Sonnenuntergang gelangten wir zur höchsten Düne, wo ich mir zuerst einen Rajasthani-Song über mich ergehen lassen musste, wobei „Gerry“ das einzige war, was ich verstanden habe – ob der Sänger mich da veräppelt hat? ;) Jedenfalls war der Sonnenuntergang wirklich schön anzusehen – nach zehn Monaten unter der Dunst- und Smog-Glocke von Kolkata umso mehr.
Sonnenuntergang
Tanzschow / Bettservice Eine Musik- und Tanzshow erwarte mich als nächstes. Logisch, dass sich der Europäer nicht vor dem tanzen drücken konnte. Damit habe ich mir immerhin ein Abendessen mit Zutaten aus der Wüste redlich verdient. Nach heiterem Plausch am Lagerfeuer mit den Leuten von meiner Residenz wurde ich wieder zu den Dünen chauffiert – mit einem Bett im Gepäck. Ein schönes Erlebnis, so eine Nacht unter einem absolut klarer Sternenhimmel! Die Kälte nimmt man gerne in Kauf, wird man doch auch von vielen Sternschnuppen belohnt! Und vielleicht geht ja auch ein Wunsch in Erfüllung… . :)

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Jodhpur - The Blue City

Montag, 3. März 2008 23:59

Abdul hatte angeboten, seine Ortskenntnisse und seinen Ambassador für meine Rajasthan-Rundreise zur Verfügung zu stellen. Sehr diskret fragte er auch, ob seine Frau auch mitkommen könnte („My wife also coming! Ok?“). Die Fahrt am Morgen begann dann damit, dass Abdul noch Gras für seine Ziegen kaufte, damit diese für die nächsten drei Tage zu essen hätten. Dann stieg Abduls Frau ins Auto – und noch seine zwei Kinder. „My children also coming! Ok?“ Und so sollte die Reise im Land der Könige zu einem Familienausflug werden. Der clevere Rajasthani konnte so seiner Familie eine grosse Rundreise ermöglichen – für die erst noch so ein Europäer bezahlen würde. ;)
Abdul und seine Familie
Von Jaipur aus fährt man ca. 5 Stunden bis Jodhpur, glücklicherweise auf ziemlich guten Strassen. Schon von weitem kann man das Mehrangarh Fort von Jodhpur erkennen, was auch unser erstes Ziel sein sollte.
Mehrangarh Fort
In dieser Festung probierte ich mal ein Audio-Guide aus, welche auch wirklich viele Informationen (manchmal fast zuviele) vermittelten. Wie schon in Jaipur ist die Aussicht auf die Umgebung fantastisch. Auch auf die Blue City, ein Stadtviertel ist ganz in Blau gehalten; dies ist die Farbe des in Rajasthan beliebten Gottes Krishna.
The Blue City
Von der Festung aus gelangt man mit einer 5-Minuten-Fahrt zum Grabmal Jaswant Thada, ein gänzlich aus weissem Marmor erbauter Palast.
Jaswant Thada
Braunes Wasser in der blauen Stadt Am frühen Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Hotel, da ich hier nicht im Voraus gebucht hatte. Nach einigem Hin- und Her genoss ich ruhige Stunden beim Lesen und Bier trinken im Garten vom Hotel The Heritage. Gutes Mittelklasse-Hotel mit sehr feinem Rasthan Thali, nur hatte mein Zimmer leider kein Fenster und das Wasser kam ziemlich braun aus dem Hahnen.

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Jaipur - Festungen und Elefanten

Sonntag, 2. März 2008 23:59

Einen ganzen Tag für Jaipur hatte ich eingeplant - gerade richtig für meinen Geschmack. Gleich drei imposante Festungen überragen die Stadt.

Amber Fort
Amber Fort
Amber Fort vom Hügel aus
Viele Touristen möchten auf einem Elefanten in das Fort gelangen. Allerdings laufen die Dickhäuter sehr… naja, gemächlich, und bei Andrang dauert es so ganz schön lange bis man endlich in der Festung angelangt ist. Aber für diejenigen, welche den Ritt ausgelassen haben und dennoch zum obligatorischen „Ich auf einem Elefanten“-Foto kommen möchten, stehen auch innen genügend Rüsseltiere und „One picture: 200 Rupies“-Typen bereit. Das im 16. Jahrhundert erbaute Fort ist wirklich gross; es enthält sowohl Elemente hinduistischen wie auch muslimischen (Mughal) Stils. Beeindruckend ist die Hall of Mirrors, ein Raum mit tausenden kleinen Spiegeln.
Hall of Mirrors

Jaigarh Fort
Javaiana Das Jaigarh Fort ist vor allem für die grösste Kanone der Welt (Jaivana) bekannt. Die bei einem Test abgfeuerte Kugel soll 35 km weit geflogen sein.

Lohnenswert ist der Besuch aber eigentlich mehr wegen den schönen Gärten und der Aussicht auf das Amber Fort und die Hügellandschaft. Zwei indische Touristen aus Mumbai fanden beeindruckend wie ich auf einen Wachposten geklettert bin.
“Swiss Army” war meine Erklärung dazu. ;-)
Jaigarh Fort

Nahargarh Fort
Das dritte ist auch das kleinste Fort. Ein Abschnitt ist ein beliebter Drehort für Bollywood-Produktionen, der Tourist geniesst vor allem die tolle Aussicht auf Jaipur.
Nahargarh Fort

Nach den Fort-Besuchen hat mir Abdul einen Elephanten-Ritt organisiert, danach leider einen Besuch bei einem Teppich-Hersteller. Dort kommt man fast nicht mehr weg ohne etwas gekauft zu haben *nerv*. Der nächste Halt war beim Hawa Mahal, dem Palast der Winde. Von innen, bzw. hinten allerdings nichts besonderes, schöner sieht’s von der Strasse her aus. In der Nähe davon liegt der City Palace, wo ich mal eine Kobra eines Schlangenbeschwörers streicheln durfte. Vor dem Eindunkeln besuchten wir noch kurz den Birla Temple, dann war Erholung im schönen Hotel angesagt.
Ich auf Stampfi
Kobra / Birla Temple

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Jaipur - the Pink City

Samstag, 1. März 2008 23:59

Jaipur (Karte)Am späten Nachmittag landete die IndiGo-Maschine in Jaipur, der Hauptstadt von Rajasthan - dem Land der Könige. Abdul, der Fahrer, der mich zum Hotel fuhr, erklärte sich (natürlich gegen klingende Rupien) auch gleich bereit,  eine Sightseeing-Tour durch die Pink City anzuhängen - “No Brroblem!”. Die Farbe Rosarot bezieht sich darauf, dass man im 19. Jahrhundert sämtliche Gebäude der Altstadt in dieser Farbe angemalt hat, zu Ehren von Prinz Albert von England.

Pink City

So fuhren wir also durch die ziemlich volle und lärmige rosarote Stadt.  Freude hatte ich an den ersten Kamelen und Elefanten (endlich!), die gemächlich auf den Strassen dahertrotteten

Wasserpalast von Jaipur Etwas ausserhalb konnte ich einen Blick auf den Wasserpalast von Jaipur werfen, danach setzte mich Abdul (etwas gegen meinen Willen) bei einem grossen Souvenirgeschäft ab. Dort hab ich zwar einiges über Teppiche gelernt - wurde dann aber eine halbe Ewigkeit lang dazu gedrängt, einen Teppich zu kaufen. Wetten, Abdul hätte eine Provision gekriegt?

Mit dem März begann die Hochzeitssaison in Rajasthan. Zwischen Bengali- und Rajasthanihochzeiten liegen Welten! Während in Bengalen sehr ruhig und privat geheiratet wird, beginnt in Rajasthan ein Riesenfest, mit Pauken, Trompeten, weissen Pferden, Tanz und lauter Musik.

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Autoreparatur nach indischer Art

Samstag, 1. März 2008 13:59

An diesem Samstag begannen meine lang erwarteten Ferien. Am Morgen wollte ich eigentlich noch das Kinderheim besuchen, das ganz in der Nähe liegen soll. Ich habe aber wieder mal feststellen müssen, dass sich die Leute unglaublich schlecht(!) in ihrer eigenen Umgebung auskennen - niemand konnte mir helfen das SOS children village in Salt Lake zu finden. So blieb mir nur übrig, Sam anzurufen und ihn mit der Aufgabe zu betrauen, die Micky-Comics, Kleider und etwas Geld einem guten Zweck zukommen zu lassen. Nicht so schlimm - ich bin überzeugt, dass meine Absicht inzwischen umgesetzt worden ist.

Nach der Verabschiedung von Sam, Sanku und BJ-7 ging endlich meine Reise los. Und sie begann mit einem Knall! Mein Fahrer Mithun musste heftig auf die Klötze treten wegen einem plötzlich bremsenden Auto vor uns. Und der Fahrer hinter uns reagierte bei weitem nicht so gut wie Mithun… . Da standen wir also, mitten auf der Schnellstrasse zum Flughafen, ein etwas eingedrückter Kleinwagen und unser grosser TATA Sumo,  dem auf den ersten Blick nicht allzu viel passiert war. Nach einigen Diskussionen fuhren wir weiter, mussten aber kurz darauf an den Strassenrand fahren, weil sich irgendein Teil am Wagen gelöst hat und suspekte Geräusche auslöste. Es war die hintere “Stossstange” (mehr ein Schutzplasik als ein Dämpfer) die an der Seite herabhing. Aber kein Grund zur Panik, auch in Mithun schlummert ein McGyver: rasch eine Schnur vom nahen Baum gerissen (ja, die hing halt dort…) und mit ein paar geschicken Handgriffen war das Teil wieder am Auto fixiert und ich kam rechtzeitig am Flughafen an.

Der Hintere ist immer schuld!  Klicken um den Film zu starten

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Die letzten Arbeitstage

Donnerstag, 28. Februar 2008 13:59

Seit unserer Darjeeling-Reise habe ich nichts Neues mehr hier reingeschrieben. Mein Projekt hat mich recht in Anspruch genommen, denn anfangs März ist ein neuer Release fällig. Etwas erschwerend kam hinzu, dass unser Indien-Programm gekürzt wurde: mein letzter Arbeitstag in Indien ist nun der 29. Februar 2008.

In aller Kürze, was sich in der Zwischenzeit so ereignet hat:

  • Die Vogelgrippe ist immer noch präsent in Westbengalen, aber der Verkauf von Hühnerfleisch scheint nicht mehr verboten zu sein. Glück für KFC!
  • Nach Minimaltemperaturen von 10°C im Januar steigt das Thermometer teilweise wieder über 30°C.
  • Gleich nach dem Darjeeling-Ausflug hat Christian als erster unsere BJ-7 WG verlassen. Christian, alles Gute im nächsten Projekt! War super mit dir in Indien! :)
  • Hochzeit Nummer vier: Avijit und Sonia (Reception Party):
    Avijit & Sonia
  • Marco verlässt BJ-7 einen Tag vor mir, also am 29. Februar. Marco, auch dir alles Gute im nächsten Projekt! War ein Glück, dich als Wohnpartner zu haben! :)

Am Samstag, 1. März 2008 werde ich dann auf Indienreise gehen. Auf dem Wochenprogramm stehen Delhi, das Taj Mahal in Agra und Rajasthan, das Land der Könige. Am 9. März komme ich dann wieder in Zürich an.

Bis bald! :)

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8586 Meter oder: Trittst im Morgenrot daher

Sonntag, 3. Februar 2008 23:59

05:30 Uhr, Tiger HillDarjeeling hat uns bisher recht gut gefallen, aber um ehrlich zu sein, hätten wir auch gerne noch einen Blick auf die nahen Himalaya-Bergketten geworfen. Wir befolgten daher Johann’s Tipp, stellten die Wecker auf 4.45 Uhr und fuhren kurz nach 5 Uhr los richtung Tiger Hill. Zuerst glaubten wir, wir seien die einzigen Spinner, aber je höher wir kamen, um so mehr Scheinwerferlichter erblickten wir vor und hinter uns. Kurz vor dem Ziel hat man eine Barriere hingestellt, um den Touristen noch ein paar Rupien abzuknöpfen. Egal! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt in der Kälte zu warten (auf dem Tiger Hill [2'590 m.ü.M.] lag auch ein bisschen Schnee)! Obwohl die Wolkenschicht zunächst viel verhüllt hatte, entging uns das Naturspektakel nicht: die Morgensonne beleuchtet die Berge der Kangchendzonga-Region; mit dem Aufgehen der Sonne wechselt auch die Farbe der von ihr beleuchteten Sieben- und Achttausender. Kangchendzonga (auch Kangchenjunga geschrieben) ist mit 8′586 Meter der höchste Berg von Indien und der dritthöchste der Welt.

Kangchendzonga im Morgenrot

Kangchendzonga, 15 min. später

Kangchendzonga-Region

Klicken um den Film zu startenAuf der Rückfahrt haben wir noch kurzen Halt gemacht beim buddhistischen Samten Choling Monastery, danach gab’s Frühstück im Hotel. Etwas vor 9 Uhr waren wir am Bahnhof des Toy Trains angelangt. Prash und ich besorgten uns 1. Klass-Tickets für die Fahrt bis zur nächsten Haltestelle Ghum, während Marco und Christian die Fenster eines Wagens putzten, damit wir später ungetrübte Sicht hätten. Leider war ihre Mühe etwas für die Katz, denn die gereinigten Fenster waren an einem Wagen 2. Klasse. :P Die Sitze in der ersten Klasse waren geringfügig bequemer, dafür liessen sich die Fenster von Hand nicht öffnen. Zum guten Glück hatte ich wie immer meinen Carlsberg-Flaschenöffner (in Kreditkartenformat) in meinem Portemonnaie - und siehe da: das Ding ist auch Windows-kompatibel! ;)

Toy Train

Dann ging die Fahrt los. Die Dampflokomotive zog die Wagen gemächlich die Steigung hinauf - der Bahnhof von Darjeeling liegt nämlich schon wieder etwas unterhalb von Ghum, dem höchsten Punkt der Strecke. Wir genossen die Fahrt ausserordentlich; irgendwie war es schon etwas Spezielles, in diesem Zug Passagier zu sein. Manchmal führen die Geleise sehr nahe an Mauern, Ästen und Häusern vorbei, einige Händler müssen aufpassen, dass die Passagiere kein Obst von ihren Auslagen stibitzen. ;) Vom Züglein aus konnten wir auch das Batasia War Memorial anschauen, das sich innerhalb der Batasia Loop befindet, wo die Strecke eine 360°-Kurve macht, um die Steigung passierbar zu machen.

Toy Train - durch enge Strassen

In Ghum angekommen war Posieren vor, neben und auf dem Toy Train angesagt, danach stiegen wir zu Bihm ins Auto, der dort auf uns wartete und uns dann wieder hinunter zum Flughafen Bagdogra fuhr. Darjeeling kann ich nur weiterempfehlen!

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Ein Tag in Darjeeling

Samstag, 2. Februar 2008 23:59

Die Panoramazimmer vom Hotel Cedar Inn haben sich leider nur wenig gelohnt, denn auch der Samstag Morgen glänzte nicht mit besonderer Weitsicht; also damit meine ich vor allem einen Blick auf die Himalaya-Bergketten. Kein Grund um auf einen Morgenspaziergang zu verzichten - die Sonne belohnte dies auch umgehend und beleuchtete geradezu malerisch das nahe Wäldchen und die St. Paul’s School.

Morgenstimmung, St. Paul's School

Bihm, unser FahrerWieder vor dem Hotel warteten wir kurz auf Bihm (keine Ahnung wie man das schreibt), unseren Fahrer für den heutigen Tag. Mit ihm fuhren wir dann los, zuerst eine Weile durch die Stadt. Auch wenn Darjeeling wie Kolkata zu Westbengalen gehört, trifft man hier auf ein ganz anderes Indien. Die Menschen sind grösstenteils nepalesischen Ursprungs (mongolische Gesichtszüge), was sich auch in Sprache, Schrift, Kultur, Religion, Mentalität und Politik äussert.

Eine steile Strasse führte uns zum Nipponzan Myohoji Temple (erbaut und bewohnt von japanischen Mönchen); in unmittelbarer Nähe befindet sich die Japanese Peace Pagoda (japanische Friedens-Pagode), wo die vier Avatare Buddha’s ausgestellt sind. Dort trafen wir zum ersten Mal auf Johann von IBM Dänemark, der für kurze Zeit ebenfalls in Kolkata arbeitete.

Peace Pagoda & Myohoji Tempel

Unser nächstes Ziel war der Ganga Maya Park. Die Strasse dorthin bot oft einen schönen Ausblick auf die Darjeeling Hügel und die steilen Teegärten. Der Park ist zwar schön anzusehen, trägt aber einen grossen “Touristen”-Stempel: künstliche Folklore, Pedalos auf einem künstlich angelegten See, Vogelgezwitscher aus (in Bäumen versteckten) Lautsprechern, Anprobieren von traditioneller Kleidung etc. In der Nähe befindet sich der Rock Garden mit den Chunnu Summer Falls; den haben wir aber nur von aussen betrachtet und machten uns bald wieder auf den Weg.

Ganga Maya Park

Mittagspause machten wir in der Stadt und probierten die Darjeeling-Spezialität: Momos. Mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, die gekocht oder frittiert hervorragend schmecken! Danach spazierten wir durch die Markstände und alle deckten sich mit warmen Sachen ein. Für den kommenden kalten Abend wollten wir schliesslich gut gerüstet sein - naja, und mein um den Hals gewickeltes Unterleibchen (Insider!) war auch nur ein Notbehelf.

Momos / Gut ausgemützte Europäer

Hervorragend ausgemützt (das Wort müsste in den Duden!) ging die Tour weiter. Den ersten Halt machten wir am Tenzing Rock (Tenzing Norgay war einer der beiden ersten Menschen auf dem Mount Everest), eine Felsformation, an der auch besagter Everest-Primus rumgekraxelt sein soll. Natürlich ein schönes Fotomotiv, allerdings wollten einige Hüter des Felsens 20 Mäuse alleine für’s Sicherheitsseil-Anfassen. Aber da ist man mittlerweile abgebrüht genug und so kamen wir ungeschoren davon zum Happy Valley Tea Garden.

Happy waren vor allem die Tee- und Souvenirverkäufer, die uns Teepäcklein und noch mehr Mützen andrehen wollten, und das - nach einem kurzen Spaziergang durch die Teefelder - auch mit gewissem Erfolg.

Letzte touristische Attraktion für heute war das Tibetan Refugee Self Help Centre. Als Asyl für tibetische Flüchtlinge gebaut, ist es heute mehr ein Alters- und Weisenheim mit Schule und buddhistischem Tempel, einer kleinen Ausstellung und einem Laden für tibetische Handwerkskunst. Hier haben wir auch Johann wieder angetroffen, der uns den Tipp gab, bei Sonnenaufgang auf den Tiger Hill zu fahren - die Chancen stünden gut, einen Achttaussender-Gipfel zu sehen. Okay, morgen also früh aufstehen!

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